Trotz Bestellung:

Engpass bei Grippe-Impfstoff wird befürchtet

Weil Corona die Impflust ankurbelt, drohen Engpässe. Bisher ließen sich nur 8 Prozent der Oberösterreicher gegen Grippe impfen. Im Corona-Herbst könnte es mehr Interesse geben. Weltweit steigt der Bedarf an Impfstoff-Dosen. In OÖ wurde zwar vorsorglich mehr als sonst bestellt, man ist zuversichtlich alles zu erhalten. Doch ein Alleingang der Stadt Wien trübt das Bild.

Im Vorjahr umfasste die Impfaktion durch GKK, Apotheker- und Ärztekammer in OÖ rund 60.000 Dosen. Obwohl die Impfung heuer empfohlen wird, rechnet Andreas Krauter, Leitender ÖGK-Arzt nicht mit enormer Steigerung, aber: „Wird viel mehr gebraucht, kann ein Engpass bei Impfstoff eintreten“, sagt er.

Viel mehr bestellt
Für OÖ hat sich die ÖGK ein Kontingent von 20.000 Dosen bei den Herstellern gesichert, 6200 bestellten OÖG/KUK; Nasaler Kinder-Impfstoff soll in 32.000 Dosen kommen. Die Apotheken bestellen 60.000. Die Stadt Linz erhöht von 3200 im Vorjahr auf 10.000.
Auch für Thomas Veitschegger, Präsident der OÖ Apothekerkammer, ist ein Engpass nicht unwahrscheinlich, er hofft, dass „die Firmenpartner Wort halten und wir bekommen die Impfstoffe.“

Ein Plan fehlt
Was ihn stutzig macht: „Für ganz Österreich werden angeblich 1,1 Mio Dosen zur Verfügung stehen, davon sind 200.000 Kinderimpfstoffe und 350.000 hat jetzt allein die Stadt Wien für eine Gratisimpfaktion gekauft.“ Er hätte sich gemeinsames Vorgehen in Corona-Zeiten gewünscht. „Es gehört ein abgestimmter Plan her, wie man das alles verteilt, um die Bevölkerung gut versorgen zu können.“

Weiterer Bedarf
Das Land OÖ hat bei der Bundesbeschaffungsagentur darüber hinaus noch einen Bedarf von 40.000 Dosen angemeldet, betont das Büro von LH-Vize Christine Haberlander. Eine Rückmeldung der Agentur, inwieweit dieser lieferbar ist, ist noch ausständig.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Samstag, 26. September 2020
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