17.07.2020 18:00 |

Prügel-Affäre in Wien

Nehammer: „Verhalten ist absolut inakzeptabel“

Als „absolut inakzeptabel“ hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) das Verhalten jener acht Wiener Polizisten bezeichnet, die einen Tschetschenen bei einer Amtshandlung im Jänner 2019 misshandelt haben sollen. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, versicherte Nehammer bei einem Pressetermin in Wien-Favoriten.

Die Inszenierung war wohl eigentlich anders geplant: Der Lokalaugenschein des Innenministers und der Integrationsministerin in einer Polizeiinspektion in der Wiener Favoritenstraße unter Begleitung zahlreicher Journalisten, Fotografen und Kamerateams hätte nach den Ausschreitungen bei Demos im anlaufenden Wien-Wahlkampf symbolträchtige Bilder liefern sollen.

Acht Beamte suspendiert
Über Nacht änderte sich freilich der Brennpunkt, tauchte doch am Donnerstagabend, just ein paar Stunden nach der Medieneinladung, ein Video auf, das Polizisten beim mutmaßlichen Misshandeln eines Mannes in einem Spiellokal - angeblich noch dazu ausgerechnet in Favoriten - zeigt. Acht Beamte wurden inzwischen vorläufig suspendiert.

„Obwohl er ausgebildeter Kampfsportler ist, hat sich mein Mandant nicht gegen die Polizisten gewehrt. Seiner Aussage wurde nicht geglaubt“, betonte Andras Strobl, der Anwalt des 28-Jährigen, am Freitag gegenüber der „Krone“.

„Fehlverhalten einiger weniger“
Die derzeitigen Informationen ließen nur einen Schluss zu, meinte Nehammer: „Dieses Verhalten ist absolut inakzeptabel.“ Die Dienstbehörde habe rasch reagiert und die Beamten suspendiert. Er appelliere nur, dass sich das „Fehlverhalten einiger weniger“ nicht negativ auf alle Polizisten auswirken dürfe. Der Innenminister sicherte auch jenen Polizisten, die sich an das Gesetz halten und für Sicherheit sorgen, „vollen Rückhalt“ zu.

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