Fiel fast auseinander

Schrott-Bus brauste mit Kindern an Bord über Schnellstraße

Österreich
06.09.2010 19:16
Gerade noch rechtzeitig hat die Autobahnpolizei am Wochenende auf der S6 im steirischen St. Michael einen bosnischen Autobus gestoppt. In dem Gefährt befanden sich 24 Erwachsene und fünf Kinder, die wohl von Glück sprechen können, noch am Leben zu sein. Die Bremsen des Busses funktionierten nämlich nur noch ansatzweise - außerdem war das an vielen Stellen durchgerostete Fahrzeug knapp davor, im Bereich der Hinterachse auseinanderzubrechen.

"Betreiber defekter Busse wissen, dass wir im Bereich des Gleinalmtunnels strenge Kontrollen durchführen und wählen deshalb einen Umweg", schildert ein Beamter der Autobahnpolizei. "Das ist uns klar, wir haben uns darauf eingestellt." Somit war es kein Zufall, dass am Sonntag eine Streife im Bereich Leoben den Verkehr beobachtete. Dabei fiel den Uniformierten der bosnische Reisebus auf.

Himmelfahrtskommando
Er wurde um 18.30 Uhr zehn Kilometer südwestlich in St. Michael gestoppt und von Experten genau geprüft. Für die 29 Insassen wäre die Fahrt nach Salzburg um ein Haar zum Himmelfahrtskommando geworden. Der Bus war an vielen Stellen durchgerostet, die Bremsen funktionierten nur sehr schwach, und Öl tropfte auf den Auspuff, wodurch akute Brandgefahr bestand. Oberhalb der Hinterachse war die Bodenplatte dermaßen porös, dass das Fahrzeug jeden Moment hätte auseinanderbrechen können.

Anzeigen für Fahrer und Chef
Der 30-jährige Lenker musste eine Sicherheitsleistung von 2.600 Euro bezahlen und wurde - wie auch sein Chef - angezeigt. Die Passagiere konnten ihre Reise nach vierstündiger Wartezeit in einem Ersatzbus fortsetzen.

von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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