Ortschef platzt Kragen

„Falsch-Infos folgen nun skurrile Entscheidungen“

Dem Obertrauner Bürgermeister Egon Höll platzte der Kragen. In der Tourismusgemeinde im Salzkammergut gab es keinen einzigen Corona-Fall. Mitten im Aufschwung muss das Gastropersonal wieder die Maske aufsetzen, im benachbarten Bad Aussee nicht. Den SP-Politiker ärgert aber auch, dass er im Gemeindeamt den Mundschutz tragen muss, in der Gemeinderatsitzung dann nicht.

“Krone“: In Oberösterreich stiegen zuletzt die Zahlen der Coronaerkrankten stark. Sie kritisieren die Maskenpflicht. Ist das nicht verantwortungslos?
Egon Höll: „Ich bin weder ein Leugner von Corona, noch ein Verweigerer der Verordnungen. Aber wir haben in Obertraun keinen einzigen Corona-Fall. Kellner müssen bei größter Hitze wieder Maske tragen, in der fünf Kilometer entfernten Steiermark oder im nahen Salzburg aber nicht. Da darf man sich nicht wundern, wenn das Gastropersonal ins Nachbarbundesland wechselt.“

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"Wir hatten in Obertraun, Hallstatt und Gosau trotz Millionen asiatischer Gäste nie einen Corona-Fall.

Egon Höll, SP-Bürgermeister in Obertraun

„Krone“: Tragen Sie Maske?
Höll: „Natürlich, ich muss im Gegensatz zum Kellner den Schutz nicht den ganzen Tag aufhaben. Es ist skurril, dass im Gemeindeamt die Maskenpflicht gilt, beim Gemeinderat nicht. Wochenlang wurden wir bei Verordnungen falsch informiert und nun folgen widersprüchliche Entscheidungen.“

„Krone“: Was würden Sie aktuell anders machen?
Höll: „Es muss doch möglich sein, dass sich Landeshauptleute oder Bezirkshauptmänner über Lösungen für Grenzgebiete einigen.“

„Krone“: Die Regierung hat ein Ampelsystem für jeden Bezirk angekündigt. Ihre Meinung?
Höll: „Ein guter Ansatz, es muss auf die Größe des Bezirks geachtet und genau hingeschaut werden. Im Bezirk Gmunden trennen Vorchdorf und Obertraun rund 70 Kilometer.“

Mario Zeko
Mario Zeko
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