10.07.2020 19:32 |

Nach Krawallen

Demo gegen Rassismus in Wien verlief ruhig

Nach den Ausschreitungen bei Demonstrationen in Wien im Juni, bei denen es im Bezirk Favoriten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen war, hat die Polizei bei einer erneuten Kundgebung am Freitagabend mit Hunderten Beamten starke Präsenz gezeigt. Bereits im Vorfeld hatte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) erklärt, Versammlungsrecht sei eine Grundfreiheit, die es zu schützen gelte. Die Demonstration verlief - auch wegen eines Großaufgebots mehrerer Hundert Polizisten - gänzlich friedlich.

Man werde nicht zulassen, dass Versammlungen dazu genutzt würden, Gewalt auszuüben, hatte Nehammer im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag erklärt. Es habe bei den Versammlungen kurdischer Aktivisten bewusste Provokationen, etwa durch den Wolfsgruß, gegeben, denen dann eine Reaktion der Linken gefolgt sei, so der Innenminister weiter. Vier Rädelsführer wurden bisher ausgeforscht, allesamt türkische Staatsbürger bzw. Österreicher mit türkischem Migrationshintergrund.

Großaufgebot an Polizei, Hubschrauber
Um ähnliche Vorfälle bei der Demonstration am Freitagabend zu verhindern, hielt ein Großaufgebot an Polizisten ein wachsames Auge auf die Demonstranten, die gegen „Faschismus, Rassismus und Frauengewalt“ auf die Straße gegangen waren. Auch Hubschrauber kreisten über dem Columbusplatz.

Die Zahl der Beamten überstieg am frühen Abend jene der Protestteilnehmer bei Weitem. Die Stimmung erwies sich trotz der hohen Temperaturen als friedlich.

„Kampf dem Sexismus im Alltag“
Zu sehen waren Transparente und Fahnen mit Parolen wie „Nehmt ihr uns eine, antworten wir alle - gegen Femizide und Männergewalt“, „Wir lehnen das rassistische, sexistische und diskriminierende System ab“ oder „Feuer und Flammen dem Patriarchat, Kampf dem Sexismus im Alltag, bei der Arbeit und im Staat“. Auch in den Eröffnungsreden stand die Gewalt an Frauen im Vordergrund („Die Pandemie der Frauen ist das Patriarchat - es reicht“).

Die Schlusskundgebung fand am Karlsplatz statt. Laut Polizei waren es rund 400 Manifestantinnen und Manifestanten, laut Organisatoren 500, die mitmarschierten.

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