11.07.2020 07:30 |

Reiste 8000 km weit

Wächtersatellit fotografierte „Godzilla“-Sandwolke

Ende Juni haben Winde ungewöhnlich große Mengen Saharastaub an die Küsten Amerikas getragen und den Himmel über der Karibik verdüstert. Jedes Jahr wird feiner Sand aus der afrikanischen Wüste über den Atlantik geweht, doch heuer enthielt die Wolke zwischen 60 und 70 Prozent mehr Staub als üblich - weshalb manche sie als „Godzilla“-Wolke bezeichneten. Sieht man die Bilder, die der Satellit „Sentinel-5P“ gemacht hat, versteht man warum.

Die Staubwolke bildet sich, wenn Gewitter und starke Winde ab dem späten Frühjahr feine Sandpartikel aus der Sahara hochwirbeln. Wie weit sich diese Wolke dann bewegt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Heuer habe die Atmosphäre die Staubwolke rund 8000 Kilometer bis zu den Karibikinseln und in den Südosten der USA getragen, berichtet die Europäische Weltraumbehörde ESA auf ihrer Website.

Dichte Staubwolke über den Karibischen Inseln
Ende Juni erreichte die gewaltige Sandwolke Puerto Rico, Kuba (Bild oben), Teile Mexikos, den Süden des US-Bundesstaates Florida, Jamaika sowie die Inseln Guadeloupe und Martinique. Das Phänomen ist zwar nichts Neues, allerdings wies die „Godzilla“-Wolke in diesem Jahr eine Dichte auf, die weit über den Normalwerten lag.

Normalerweise sinke ein Großteil der Sandpartikel in der Wolke in den Atlantischen Ozean, wo er winzige mikroskopisch kleine Organismen namens Plankton ernährt, so die ESA. Erreicht der Saharastaub aber das Festland, kann er das Ökosystem verändern, unter anderem durch die Düngung des Amazonas-Regenwaldes. Es kann außerdem die Bildung von tropischen Stürmen und Hurrikans fördern.

Wächtersatellit befindet sich seit 2017 im All
Der Satellit „Sentinel-5P“ (Bild oben) ist ein am 17. Oktober 2017 im Rahmen des Copernicus-Programms der ESA vom russischen Welttraumbahnhof Plessezk aus gestarteter Erdbeobachtungssatellit. Mit einem mehrkanaligen Spektrometer namens TROPOspheric Monitoring Instrument (TROPOMI) überwacht er aus einer Höhe von 827 Kilometern die Luftverschmutzung der Erde.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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