Abschied von René M.

“Junges Leben fiel Wahnsinnstat zum Opfer”

Österreich
03.09.2010 19:40
"Ein junges Leben ist einer Wahnsinnstat zum Opfer gefallen. Fassungslos stehen wir vor dem Sarg und begleiten René auf seinem letzten Weg", sagte der katholische Priester, der das Mordopfer seit seiner Kindheit kannte. Niemand konnte seine Tränen zurückhalten. 250 Trauergäste waren am Freitag gekommen, um in der Halle 2 am Zentralfriedhof Stammersdorf im Wiener Bezirk Floridsdorf Abschied zu nehmen. Abschied von dem 20-jährigen René M., der auf dem nächtlichen Nachhauseweg von einer Kugel, abgefeuert aus einem Auto, mitten ins Herz getroffen worden war.

Die Aufbahrungshalle war voll. Nicht alle fanden Platz und weinten draußen, als sie die berührenden Worte des Priesters und die Disco-Musik, wie René sie geliebt hatte, hörten. Freunde hatten sie für ihn für seinen letzten Weg ausgesucht. Abrupt wie die Musik, hörte sein viel zu kurzes Leben auf.

Es waren aber nicht nur die Familie und Verwandte, sondern auch viele Jugendliche, die trauerten. Sie schämten sich ihrer Tränen nicht und fragten sich wie der Priester: "Gott, wo warst Du im August, als René von der tödlichen Kugel auf der Straße getroffen wurde. Warum hast Du nicht die verzweifelten Schreie einer Mutter gehört?"

von Erich Schönauer, Kronen Zeitung
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