04.09.2010 09:50 |

EM-Qualifikation

Frankreich blamiert sich zu Hause gegen Weißrussland

Frankreich scheint sich vom WM-Debakel nicht zu erholen: Les Bleus schlitterten am Freitag zum Auftakt der EM-Qualifikation unter Neo-Coach Laurent Blanc in die nächste Pleite, gingen im Stade de France durch einen Treffer von Sergej Kisljak in der 86. Minute gegen den totalen Außenseiter Weißrussland k. o. Souveräne Vorstellungen hingegen lieferten Weltmeister Spanien (4:0 in Liechtenstein), Vize-Weltmeister Niederlande (5:0 in San Marino) und England (4:0 gegen Bulgarien).

"Katastrophal" - knapp und eindringlich brachte die französische Tageszeitung "Le Monde" am Samstag ihr Fazit der blamablen 0:1-Heimniederlage Frankreichs gegen Weißrussland zu Papier. Der erhoffte Befreiungsschlag nach dem sowohl sportlich als auch menschlich blamablen Abgang des Teams bei der WM in Südafrika blieb aus, die anfänglichen Anfeuerungsrufe der Fans verwandelten sich in Spott.

Neo-Coach Blanc, der den Posten nach der WM vom heftig umstrittenen Raymond Domenech übernommen hatte, war ratlos. "Es ist eine schwere Zeit, nichts läuft für uns. Wir müssen dagegen ankämpfen", sagte der 44-Jährige.

"Es war ein Schlag ins Gesicht"
"Es war ein Schlag ins Gesicht", erklärte auch Außenverteidiger Bacary Sagna, dessen Team gegen einen recht harmlosen Gegner in der Defensive eine naive Vorstellung ablieferte. Blanc wiederum bekrittelte die mangelnde Torgefährlichkeit seiner Truppe. "Wir können nicht behaupten, Spieler zu haben, die wissen, wie man Tore schießt", sagte Blanc, "man darf nicht vergessen, dass die zwei besten Schützen in unserem Team, Malouda und Saha, bisher vier Treffer erzielt haben".

Der Weltmeister von 1998 musste auf die vom französischen Verband gesperrten Franck Ribery, Nicolas Anelka, Patrice Evra und Jeremy Toulalan ebenso verzichten wie die von der FIFA gesperrten bzw. verletzten Spielmacher Yoann Gourcuff und Samir Nasri. Die Aussichten für das Auswärtsspiel gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag sind nicht besser. Höchstwahrscheinlich werden die Stürmer Saha und Loic Remy fehlen, die sich beide gegen Weißrussland Blessuren zuzogen.

In Frankreichs Gruppe D kam Rumänien gegen Albanien (mit LASK-Legionär Klodian Duro bis zur 81. und Rapids Hamdi Salihi ab der 46. Minute) nicht über ein 1:1 hinaus, Bosnien-Herzegowina ist nach dem 3:0 über Luxemburg erster Tabellenführer.

Doppelschlag rettet schwache Italiener
Der neuformierte viermalige Weltmeister Italien wandelte einen 0:1-Rückstand gegen Estland noch in einen Sieg um. Nach der Führung der Gastgeber durch Sergej Senjow (31.) schafften Antonio Cassano (60.) und Leonardo Bonucci (63.) in Tallinn mit einem Doppelschlag die Wende. Damit feierte der neue Trainer Cesare Prandelli nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM ein erfolgreiches Pflichtspiel-Debüt. Am Dienstag empfangen die Italiener in Gruppe C das Team der Färöer, das daheim 0:3 (0:2) gegen WM-Teilnehmer Serbien unterlag. Im dritten Gruppenspiel feierte Nordirland in Slowenien einen 1:0-Erfolg.

Huntelaar bombt Oranjes zu Kantersieg
Wenig Probleme hatten erwartungsgemäß Spanien und die Niederlande. Beim 4:0 des Weltmeisters in Liechtenstein trafen der bei der WM noch enttäuschende Fernando Torres (18., 54.), David Villa (26.) und David Silva (62.). WM-Vize Niederlande siegte in San Marino 5:0 (2:0). Mann des Abends für die Oranje-Auswahl war Klaas-Jan Huntelaar mit drei Treffern in der 38., 48., und 67. Minute. Die Führung hatte Dirk Kuyt (16.) per Elfmeter besorgt, den Schlusspunkt setzte Ruud van Nistelrooy (91.).

Die Niederländer erwarten in der Gruppe E am Dienstag Finnland, das überraschend 0:2 (0:0) bei Fußball-Zwerg Moldawien verlor. Kapitän Sami Hyypiä sah in der 36. Minute die Rote Karte, nachdem er Viorel Frunza an den Beinen festgehalten und zu Fall gebracht hatte. Alexandru Suworow (69.) und Anatolie Doros (74.) machten den Erfolg der Gastgeber perfekt. Ebenfalls in Gruppe E setzte sich Schweden 2:0 (0:0) gegen Ungarn durch.

Drei Tore von Defoe gegen Bulgarien
England kam in Gruppe G zu einem ungefährdeten 4:0-(1:0)-Erfolg über Bulgarien. In London avancierte Jermaine Defoe mit einem Triplepack (4., 61., 86.) zum Mann des Abends, auch Adam Johnson (83.) steuerte einen Treffer bei. Der nach dem WM-Aus heftig kritisierte Trainer Fabio Capello dürfte sich damit wieder etwas Luft verschafft haben. In derselben Gruppe feierte Montenegro, das erstmals als eigenständiger Verband an einer EM-Qualifikation teilnimmt, in Podgorica gegen Wales einen 1:0-Sieg.

Russland feierte in Gruppe B einen glanzlosen 2:0 (1:0)-Erfolg bei Außenseiter Andorra. Nach seinem Führungstreffer in der 14. Minute machte Pawel Pogrebnjak per Foulelfmeter in der 64. Minute alles klar. Am kommenden Dienstag erwarten die Russen, die nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert waren, in der Gruppe B WM-Achtelfinalist Slowakei, der in Bratislava gegen Mazedonien erst durch ein Tor von Filip Holosko in der 90. Minute zum 1:0-Erfolg kam. Irland mühte sich zu einem 1:0 (0:0)-Sieg in Armenien. Erst der eingewechselte Keith Fahy erlöste mit seinem ersten Länderspieltor in der 76. Minute die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni.

Glückliche Griechen holen nur Remis
In Gruppe F kam Griechenland zu Hause über ein 1:1 gegen Georgien nicht hinaus, lief nach dem frühen Tor für die Gäste (3.) sogar bis zur  72. Minute einem Rückstand nach. Nikolaos Spiropoulos rettete seinem Team schließlich mit seinem Treffer zumindest einen Punkt. In derselben Gruppe brachten Mladen Petric (43.) und Ivica Olic (51.) Kroatien beim 3:0 (1:0) in Lettland auf Kurs, Darijo Srna (82.) vollendete.

Alle Spiele der EM-Qualifikation:
Gruppe A
Kasachstan - Türkei 0:3
Belgien - Deutschland 0:1

Gruppe B
Armenien - Irland 0:1
Andorra - Russland 0:2
Slowakei - Mazedonien 1:0

Gruppe C
Färöer - Serbien 0:3
Estland - Italien 1:2
Slowenien - Nordirland 0:1

Gruppe D
Rumänien - Albanien 1:1
Luxemburg - Bosnien-Herzegowina 0:3
Frankreich - Weißrussland 0:1

Gruppe E
Moldawien - Finnland 2:0
Schweden - Ungarn 2:0
San Marino - Niederlande 0:5

Gruppe F
Israel - Malta 3:1
Lettland - Kroatien 0:3
Griechenland - Georgien 1:1

Gruppe G
Montenegro - Wales 1:0
England - Bulgarien 4:0

Gruppe H
Island - Norwegen 1:2
Portugal - Zypern 4:4

Gruppe I
Litauen - Schottland 0:0
Liechtenstein - Spanien 0:4

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