03.07.2020 09:21 |

Bündel von Maßnahmen

Landtag einstimmig für Herdenschutz und Wolfstudie

Mit einem abgeänderten, einstimmig angenommenen Antrag von Neos und Liste Fritz wurde Donnerstagabend im Tiroler Landtag der Weg für eine lösungsorientierte Vorgangsweise beim Thema Wolf im alpinen Raum geebnet.

„Dieser Antrag ist eine klare Absage an die populitischen Töne in dieser Debatte. Wir haben in Tirol ausreichend Konzepte zum Umgang mit dem Wolf, wir haben eine gute rechtliche Handhabe und wir haben auch das notwendige Geld für Präventionsmaßnahmen zu Verfügung gestellt. Was jetzt noch fehlt ist, dass wir ins Tun kommen. Allen voran liegt es jetzt an den Landwirten, dem Herdenschutz eine Chance zu geben. Genügend Geld steht bereit“, so der Grüne Landtagsabgeordnete Georg Kaltschmid mit Verweis auf die Herdenschutz-Million, die letzte Woche von der Landesregierung beschlossen wurde.

Wolfsmanagement
Der beschlossene Antrag sieht neben Herdenschutz-Pilotprojekten auch die Ausarbeitung einer Wolf-Studie zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen vor sowie die Aufforderung an den Bund, das zuletzt 2012 österreichweit erstellte Wolfsmanagement zu evaluieren und besonders in Hinblick auf die Gegebenheiten in Tirol zu aktualisieren.

Digitales Warnsystem
LA Georg Kaltschmid zählt drei Stufen auf, die bei durchziehenden einzelnen Wölfen vorgesehen sind. „Die erste und wichtigste Stufe ist Prävention - also ein effektiver Schutz von Herdentieren. Das gelingt zum einen durch Herdenschutzmaßnahmen wie mobile Schutzzäune und Herdenschutzhunde. Zum anderen gelingt der Schutz durch ein permanent aktualisiertes digitales Warnsystem, das auf mögliche Beutegreifer im Grenzgebiet aufmerksam macht. Genau das hat die Landesregierung in einer Erweiterung der Landes-App eingerichtet“, so Kaltschmid.

Vergrämungsmaßnahmen
Wenn diese Präventionsmaßnahmen ausreichend angewendet werden und es dennoch zu einer Häufung von Tierrissen komme, müsse Stufe 2 eingeleitet werden. „Wenn es trotz Herdenschutzmaßnahmen zu Vorfällen kommt, müssen Vergrämungsmaßnahmen eingeleitet werden oder der Beutegreifer mit einem Peilsender versehen werden“, erklärt Kaltschmid. Und erst wenn all diese Maßnahmen nicht greifen würden und der Wolf Zäune überwinden würde oder Menschen gefährlich nahe kommen würde, dürfe Stufe 3 angedacht werden. „Ein Abschuss ist die absolute Ultima Ratio. Dazu gibt es aus heutiger Sicht überhaupt keinen Anlass. Und das wird auch so lange so bleiben, so lange es keine Zäune gibt, die er überwinden könnte“, sagt Kaltschmid.

Nüchterner Umgang 
Der grüne Tierschutzsprecher fasst die schwarz-grüne Vorgehensweise wie folgt zusammen. „Wir haben im Land ein umfassendes Wolfsmanagement und eine ausreichende rechtliche Handhabe. Wenn jede und jeder die Hausaufgaben macht, dann gelingt uns wie in der Schweiz und vielen anderen Regionen ein guter und nüchterner Umgang mit Beutegreifern.“

 Tiroler Krone
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