30.06.2020 21:24 |

Große Hungersnot droht

6,9 Milliarden € für Syrien-Flüchtlinge zugesagt

Die internationale Geberkonferenz für Syrien-Flüchtlinge hat am Dienstag trotz der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise grünes Licht für Hilfszusagen in Höhe von 6,9 Milliarden Euro gegeben.

Seit dem Beginn des Syrien-Konflikts 2011 wurden mehr als 380.000 Menschen getötet. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurde innerhalb des Landes vertrieben oder ist in Nachbarländer wie Jordanien, Libanon oder die Türkei geflohen.

„Riesiger Anstieg der humanitären Bedürfnisse“
Die Corona-Krise mache die Lage noch schwieriger als in den vergangenen Jahren, sagte der für die Krisenhilfe zuständige EU-Kommissar, Janez Lenarcic. Sie führe zu einem „riesigen Anstieg der humanitären Bedürfnisse in der Welt“, habe aber auch „tief greifende Auswirkungen auf die Gebervolkswirtschaften". Insofern sei das Ergebnis der Geberkonferenz um so erfreulicher.

Von den 6,9 Milliarden seien 4,9 Milliarden für das laufende Jahr vorgesehen, sagte Lenarcic weiter. Zwei Milliarden Euro seien für die Zeit danach. Internationale Finanzinstitutionen hätten zudem Kredite zu günstigen Konditionen in Höhe von sechs Milliarden Euro zugesagt.

„Eine MIllion Menschen vom Hungertod bedroht“
Kritik kam von der Hilfsorganisationen Oxfam. Die Zusagen der Regierungen bei der Geberkonferenz reichten nicht aus, „um die Krise in Syrien zu bewältigen, wo eine Million Menschen im Land vom Hungertod bedroht sind“, erklärte die NGO. „Es ist schockierend, dass die internationale Gemeinschaft (...) die Dringlichkeit der Situation nicht erkannt hat.“

EU-Außenbeauftragter Josep Borrell forderte „Druck auf das Regime“ in Damaskus, um Verhandlungen über eine friedliche Lösung des Konflikts zu ermöglichen. Die EU werde ihre Sanktionen gegen die syrische Regierung so lange aufrechterhalten, bis Damaskus „die Unterdrückung der syrischen Bevölkerung beendet und Verhandlungen einleitet".

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