Leider nicht überrascht wurden Auftraggeber Telekom Austria und Meinungsforscher Gfk von der Arglosigkeit, mit der vor allem junge Leute private Daten wie Adressen, Telefonnummern und persönliche Bilder oder irgendwann einmal kompromittierende Texte ins Netz stellen. Diese lassen sich derzeit praktisch nicht entfernen.
Digitale Medien und Social Networks dringen in alle Bereiche vor. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia erreicht Spitzenwerte unter den Informationsquellen im Netz. Jeder Zweite beurteilt Wikipedia als glaubwürdige Quelle. In Österreich nannten 63 Prozent der Befragten Wikipedia als sehr glaubwürdig beziehungsweise glaubwürdig - vergleichsweise abgeschlagen dazu Printmedien (53 Prozent) und andere Online-Medien (Zeitungen, Zeitschriften) mit 50 Prozent. Nur das Fernsehen - von 65 Prozent als glaubwürdig gewertet - liegt bei der Online-Community gleichauf beziehungsweise noch leicht über Wikipedia.
Österreicher vom Internet abhängig
Wie früher bei Umfragen unter Handy-Nutzern, die sich nackt und unruhig finden, wenn das Mobiltelefon nicht zur Hand ist, hat der Ländervergleich auch eine Art Suchtverhalten bei der Internetnutzung ergeben: Jeder zweite Österreicher fühlt sich von der Außenwelt abgeschnitten ohne Internetzugang. In Slowenien fühlen sich zwei von drei Usern nicht wohl ohne Netzzugang und in Kroatien, wo die Branche und die User im Schnitt noch jünger sind, gar 80 Prozent.
85 Prozent der jungen Internet-Nutzer in Österreich besitzen einen Facebook-Account. In Slowenien sind es 90 Prozent und in Kroatien praktisch alle jungen Leute, die im Netz aktiv sind.
Irrige Ansichten: Nur "andere" von Gefahren bedroht
Eine "kognitive Dissonanz" besteht in den Köpfen der User zu den Gefahren für die Privatsphäre, die im Netz lauern. "So was passiert immer den anderen", ist die vorherrschende Meinung. In Österreich sehen 30 Prozent der User in irgendeiner Form eine Missbrauchsgefahr für die eigenen Daten, doppelt so stark (60 Prozent) sehen sie aber "andere User" gefährdet.
Für die Umfrage hat GfK im August in den drei Ländern jeweils 500 Online-Interviews geführt.
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