25.06.2020 13:00 |

380-kV-Freileitung

Bei Enteignungen: „Es ist wie ein Tribunal“

Die Enteignungsverfahren rund um die 380-kV-Freileitung sorgen weiter für Unruhe. Bei einer Verhandlung in Hallein kam es zum Eklat. Ein Grundbesitzer hatte die Verhandlung verlassen, nachdem er – im Gegensatz zum Projektbetreiber – keine Vertrauensperson mitnehmen durfte.

Die Enteignungsverfahren zur 380-kV-Freileitung sind wieder angelaufen. Am Dienstag und am Mittwoch hat es in Hallein Verfahren mit Tennengauern Grundbesitzern gegeben, die sich weigern ihre Gründe für das Projekt der Austrian Power Grid (APG) herzugeben.

Dabei kam es zu unguten Szenen. Denn Grundbesitzer Reinhard Franek durfte in die Verhandlung keine Person zur Unterstützung mitnehmen, nur den Rechtsbeistand. „Ich habe es mit Konsens versucht, schließlich wollen sie ja was von mir“, so Franek und fügt hinzu: „Aber ich durfte meine Vertrauensperson zur moralischen Unterstützung nicht mit hinein nehmen. Daher bin ich gegangen.“ Auf der Gegenseite sind jedoch mehrere Personen mit im Saal. Damit steigt der Druck auf die Besitzer.

Erdkabelvariante wäre kein Problem


Franz Köck von der IG-Erdkabel ist entsetzt. „Das gleicht einem Tribunal und hat mit der viel zitierten Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Das ist eine Frechheit.“ Wie es jetzt weiter geht, weiß Franek selber nicht. Bei ihm geht es um eine Fläche von 1685 Quadratmetern. Bei einem Erdkabel würde Franek zustimmen: „Da bin ich der letzte der was dagegen hat. Aber einem Mastenwald kann ich nicht zustimmen.“Mittlerweile gibt es auch einen Einspruch gegen eine Enteignung beim Landesverwaltungsgericht.

Felix Roittner
Felix Roittner
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