Experten warnen:

Ältere E-Bike-Fahrer haben höheres Unfallrisiko

E-Bike-Fahren liegt im Trend. Bereits jedes dritte verkaufte Fahrrad hat Elektroantrieb. Das höhere Tempo, der längere Bremsweg und ein weiterer Kurvenradius bergen aber auch erhöhte Risiken. 2019 forderten Unfälle mit E-Bikern in OÖ 239 Verletzte und 3 Tote.

„E-Bikes sind mit normalen Fahrrädern nicht vergleichbar, sondern eher kleinere Mopeds“, sagt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit sei um 3,4 km/h höher als bei herkömmlichen Fahrrädern. „Das Verletzungsrisiko bei Fahrten mit Elektroantrieb ist daher deutlich höher“, warnt der Experte. Bei jedem neunten Fahrrad, das in einen Unfall verwickelt wird, handelt es sich um ein E-Bike - siehe nachfolgendes Interview.

Überforderte Lenker
Vor allem ältere Menschen fahren E-Bike. „Das Gewicht der Räder und das Tempo, das damit erreicht wird, sorgen oft für überforderte Lenker“, warnt Radsport-Landestrainer Valentin Zeller. Senioren würden oft viel schneller fahren, als es ihr Können erlaubt. Auch Unfallforscher stufen die Gefahren von tödlichen Zwischenfällen mit Elektro-Fahrrädern dreimal höher ein, als mit normalen Bikes.

Kostenlose Trainings
Um diesem Trend entgegenzuwirken, fördert das Land OÖ nun E-Bike-Trainings, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen ab 60 Jahren zugeschnitten sind. „Solche Kurse werden unter anderem von ÖAMTC und ARBÖ angeboten“, sagt Verkehrslandesrat Günther Steinkellner.

„Helmpflicht für jeden E-Biker!“
Othmar Thann, Chef des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, fordert, dass E-Bikes nur mit Helm gelenkt werden dürfen.

„Krone“: Was halten Sie von E-Bikes?
Othmar Thann
: Prinzipiell sind Fahrräder mit einem Elektro-Antrieb eine tolle Sache, in der allerdings auch ein gewisses Gefahrenpotenzial steckt.

„Krone“: Ihr Kuratorium hat das spezifische Fahrverhalten verschiedener Fahrradtypen unter die Lupe genommen.
Thann:
Diese Untersuchung hat gezeigt, dass der Radverkehr durch den steigenden Anteil an E-Bikes nicht nur schneller, sondern auch inhomogener geworden ist.

„Krone“: Was bedeutet das für die künftige Verkehrsplanung?
Thann:
Dass der Radverkehr mit dem Fußgängerverkehr noch weniger vereinbar ist. Daher sollte er auch möglichst getrennt vom Fußgängerverkehr geführt werden.

„Krone“: Das Verletzungsrisiko bei Fahrten mit Elektro-Bikes ist ein deutlich höheres als mit konventionellen Fahrrädern.
Thann:
Ja, und das ist auch der Grund, warum das KfV für eine generelle Radhelm-Pflicht für E-Biker eintritt.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Montag, 18. Oktober 2021
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