Desinfektions-Engpass

Gin-Hersteller versorgt Apotheken mit Rohalkohol

Die Corona-Pandemie erforderte zu Spitzenzeiten sowie auch jetzt noch ungewöhnliche und auch kreative Lösungsansätze. So wurde in Deutschland beispielsweise dem Engpass von Desinfektionsmitteln Dank eines Gin-Herstellers entgegengewirkt. Noch bis Ende August gilt die „Rezeptänderung“ der WHO.

Damit die akuten Lieferengpässe von Desinfektionsmitteln in Hamburg abgefedert werden konnten, hat die Apothekerkammer Hamburg Unterstützung aus der Hansestadt bekommen. Die Hamburg Distilling Company, Produzent des „Knut Hansen Gin“, beliefert seit April Hamburger Apotheker mit Rohalkohol.

„Wir Hamburger rücken in dieser Krise enger zusammen“, erklärt Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Seit April unterstützt die Hamburg Distilling Company die Apotheken vor Ort und beliefert diese mit hochprozentigem Alkohol. „Damit trägt das Unternehmen einen sehr wertvollen Beitrag in dieser Krise bei. Im Namen aller Hamburger Apotheker bedanke ich mich für das faire und solidarische Handeln.“

Ethanol als knappes Gut

Desinfektionsmittel sind auf dem Weltmarkt nicht mehr verfügbar. Infolgedessen entstand ein Lieferengpass. Davon ist laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Rede, wenn die Auslieferung im üblichen Umfang mehr als zwei Wochen lang unterbrochen wird. In einer Allgemeinverfügung hat die Bundesstelle für Chemikalien reagiert und den Apotheken erlaubt, auch Desinfektionsmittel herzustellen. „Biozidprodukte zur Händedesinfektion unterliegen nach der EU-Biozidverordnung einer Zulassungspflicht“, erklärt Siemsen. „Daher können sie nicht ohne Weiteres in der Apotheke hergestellt werden, auch wenn wir das handwerklich können.“ Ethanol mit einer Alkoholkonzentration von 96,6 Prozent ist für die Herstellung von Desinfektionsmitteln notwendig. „Aufgrund unserer eigenen Erfahrung in den letzten Wochen wissen wir, wie schwer es zurzeit ist an Rohalkohol zukommen“, bestätigen die Gründer und Geschäftsführer der Hamburg Distilling Co.,Kaspar Hagedorn und Martin Spieker. 3000 Liter Rohalkohol konnte das Unternehmen kurzfristig bereitstellen. Auch jetzt noch gehen Aufträge ein. „Die Rezepturänderung der WHO gilt bis zum 30.08.2020“, so Spieker auf Nachfrage von City4U. Bisher wurden 20.000 Liter verteilt.

Juni 2020

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Vanessa Licht
Vanessa Licht
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Donnerstag, 09. Juli 2020
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