Gegner blitzten ab

Erste Klagewelle gegen Enteignungen erfolglos

Das erste Kapitel der langen und noch lange nicht fertigen Geschichte rund um den Bau der 110-kV-Starkstromleitung von Ried nach Raab ist abgeschlossen. Gestern, Dienstag, wurde der letzte Einspruch gegen die Enteignungen vom Landesverwaltungsgericht abgewiesen. Nun geht’s am Obersten Gerichtshof weiter.

Im November 2018 ging es mit den ersten von rund 65 Enteignungen für die Errichtung der Hochspannungsleitung von Ried nach Raab los. Viele Grundstücksbesitzer legten Einspruch ein, blitzten beim Landesverwaltungsgericht der Reihe nach ab. Josef Dick aus Zell/Pram war gestern einer der letzten Freileitungsgegner, der die Niederlage „erwartungsgemäß“ hinnehmen musste. „Wir sind überzeugt, dass wir vor dem OGH bessere Chancen haben“, nahm der Innviertler den Spruch der Richter gefasst zur Kenntnis.

Von Politik enttäuscht
Viel mehr ist er von der Politik enttäuscht. „Von der Kommune bis zur Spitze des Landes wurden wir im Stich gelassen. Auch unsere Standesvertretung, also der Bauernbund, hat uns nicht geholfen!“ Dick geht es so wie den anderen Grundstücksbesitzern bei den Einsprüchen nicht ums Geld. „Wir legen uns quer, weil wir überzeugt sind, dass die Enteignung für eine Freileitung nicht das gelindeste Mittel ist. Für ein Erdkabel stellen alle Grundeigentümer Grund und Boden zur Verfügung. Somit ist das für uns das gelindeste Mittel!“

Entschädigungs-Streitereien
Während sich mit dieser Frage nun der OGH beschäftigten wird, befasst sich das Landesgericht Ried noch immer mit 57 Streitereien rund um Entschädigungshöhen. Morgen, Donnerstag, liegen für eine Grundstücksablöse zwei Gutachten vor. Eines sieht 50.000 Euro, das zweite 128.000 Euro vor.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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