24.06.2020 06:00 |

Ärztekammer-Präsident:

„Kranke dürfen nicht unter Fahrverbot leiden“

Das geplante Fahrverbot in der Wiener Innenstadt sorgt weiterhin für erhitzte Gemüter. Nicht nur Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) spricht sich gegen einen Schnellschuss aus, auch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres warnt: „Kranke dürfen nicht darunter leiden.“ Patienten sollen weiter zufahren dürfen.

Das von Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) initiierte Fahrverbot wird von vielen begrüßt, eine Husch-Pfusch-Aktion will aber niemand. Nicht nur die Wirtschaftskammer und Gewerbetreibende im ersten Bezirk befürchten durch diese Neuerung Verschlechterungen für ihr Geschäft - und das ausgerechnet während Corona.

Auch Dompfarrer Toni Faber gibt bei einem Medientermin am Dienstag abermals zu bedenken: „Wir haben in der Innenstadt 20 Kirchen, zu denen jeden Sonntag zahlreiche Gläubige pendeln. Viele von ihnen sind auf ein Auto angewiesen.“

Dass seine Schäfchen in der Debatte womöglich vergessen werden, sieht der Geistliche als äußerst problematisch an. „Natürlich müssen wir den Verkehr inimieren, aber das darf keine Hauruck-Aktion werden. Wir brauchen keine Überschriften, sondern Lösungen“, betont Faber.

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres fordert eine Ausnahmeregelung für niedergelassene Ärzte in der City. Hausbesuche per Auto sollen weiter möglich sein. Ebenso müsse die Zufahrt von Privatpersonen zu den Ordinationen im ersten Bezirk weiterhin erlaubt bleiben: „Es kann nämlich nicht sein, dass kranke Menschen in Zukunft unter solchen Schnellschüssen leiden müssen.“

Viktoria Graf, Kronen Zeitung

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