22.06.2020 11:30 |

Bachmannpreis

Salzburgerin kämpfte hart und verlor dennoch

Die Salzburgerin Laura Freudenthaler galt als eine der Favoritinnen beim Bachmann-Wettbewerb. Das Rennen machte die deutsche Autorin Helga Schubert. Freudenthaler heimste „nur“ den mit 7500 Euro dotieren 3sat-Preis ein. Einen ordentlichen Karriereschub kann die talentierte Autorin trotzdem erwarten.

Die Lesung von Laura Freudenthaler am Samstag war stark. Ihr apokalyptischer Umwelt-Text „Der heißeste Sommer“ um eine Mäuseplage und Erdfeuer katapultierte sie in eine Favoritenrolle. Und: Die Preisvergabe am Sonntag fing vielversprechend für sie an. Juror Klaus Kastberger eröffnete die Runde: „Ich bin für die Mäuseplage. Das ist für mich ein Text, der in bester Weise an Ingeborg Bachmann anknüpft. Ich bin für Laura Freudenthaler.“ Kollegin Nora Gomringer schloss sich an. Das reichte nicht gegen die deutsche Autorin Helga Schubert und ihre Geschichte „Vom Aufstehen“. Danach rutschte Freudenthaler von Stichwahl zu Stichwahl. Beim Deutschlandfunkpreis (12.500 Euro) unterlag sie der Braunschweigerin Lisa Krusche („Für bestimmte Welten kämpfen und gegen andere“) mit drei zu vier Stimmen. „Ich bin immer noch bei Laura Freudenthaler. Die muss hier einen Preis kriegen!“, sagte Kastberger beim KELAG-Preis (10.000 Euro) Wieder nichts! Die Juroren prämierten den Grazer Egon C. Leitner („Immer im Krieg“) nach zwei Stichwahlrunden. Schließlich der 3sat-Preis und die Erleichterung: Freudenthaler setzte sich durch und durfte sich über 7500 Euro freuen. Die gönnten ihr auch Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky auf ihrem Kommentatoren-Balkon. Rabinowich: „Meine Favoritin war Laura Freudenthaler. Ich finde sie toll.“ Sichvrosky lachte und sagte: „Der Balkonpreis geht heuer klar an Freudenthaler.“ Er glaubt, dass die Salzburgerin die Preisträgerin der nächsten Jahre sein wird.

Überraschend: Das Publikum votierte für die Steyrer Autorin Lydia Haider. Ihr Text „Der große Gruß“ war bei der Jury auf keine Gegenliebe gestoßen. Kritiker Philipp Tingler hatte direkt nachgefragt, was sie damit aussagen wolle - ein Tabubruch. Lydia Haider bekommt 7000 Euro und übernimmt das Amt der Klagenfurter Stadtschreiberin (5000 Euro).

Christoph Laible
Christoph Laible
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