Kultur-Neustart

„Freiheit“ am neuen Spielplan des Landestheaters

Die Erleichterung war greifbar, wenn auch die Unsicherheit länger bleiben wird: Das Landestheater konnte mit erheblicher Verspätung endlich den neuen Spielplan unter dem Motto „Freiheit“ vorstellen - mit 38 Neuproduktionen, vier Wiederaufnahmen und vielen Eventualitäten im Hintergrund. Regeln für den September fehlen, daher gibt es noch kein Datum für den Vorverkaufsstart.

„Entsetzliche Monate“ seien es gewesen, als man wegen Corona nicht spielen konnte, man habe sich wie amputiert gefühlt, sagte Landestheater-Intendant Hermann Schneider bei der Präsentation seines neuen Spielplans: „Klar ist: Es wird keine Zeit nach Corona geben, sondern nur eine mit Corona. Wir als Theater werden mit der neuen Spielzeit die gesellschaftlichen Veränderungen reflektieren.“

Ob es bis zum Start der Saison am 18. September „Freiheit“ auf den Bühnen geben wird, ist jedoch weiter offen - die vom Bund für 15. Juni versprochenen Richtlinien lassen weiter auf sich warten und haben zur Folge, dass Kartenverkauf und Budget in der Schwebe sind: „Ich rechne aber nicht damit, dass die Regelung mit dem freien Sitzplatz aufgehoben wird, daher gehe ich von bis zu 35 Prozent reduzierter Kapazität aus“, erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Königstorfer, der sich freut, dass 88 Prozent der Abonnenten in einer Umfrage angaben, ihr Abo trotz Corona verlängern zu wollen. LH Thomas Stelzer sichert dem Landestheater in der schweren Zeit seine finanzielle Unterstützung zu.

Nach mehrmaligem Umbau wurde der Spielplan nun so coronasicher wie möglich konzipiert: Internationale Gäste wurden so gut es geht vermieden, Produktionen mit viel Körperkontakt wie „Fanny und Alexander“ oder „Nibelungen“ ausgetauscht, Spielstätten-Alternativen laufen im Hintergrund mit. Außerdem startet die Saison spät mit dem Musical „Piaf“ am 18. September, um ab 4. September in Previews noch Erfahrungen sammeln zu können.

Trotz aller Unsicherheit dürfen sich die Zuschauer auf viele Highlights freuen: Das Schauspiel startet mit „Gefährliche Liebschaften“ (Regie: Susanne Lietzow) am 25. September und setzt mit den Uraufführungen „Binge Living“ von Stefanie Sargnagel und „Die Sedierten“ von Martin Plattner sowie der Österreichischen Erstaufführung von Elfriede Jelineks „Schnee Weiss“ zu den Skandalen im Skiverband einen Kontrapunkt zu Klassikern wie Nestroys „Lumpazivagabundus“ (Regie: Georg Schmiedleitner). Ensemblemitglied Alexander Julian Meile bekommt endlich die Chance, zu inszenieren („Vereinte Nationen“). Und das Ensemble verlassen werden Nestroy-Preisträgerin Anna Rieser in Richtung Volkstheater sowie Clemens Berndorff.

Das Musical will mit der Auftragsarbeit „Die Welle“ punkten und fürchtet derzeit um die Einreise der US-Regisseurin Chloe Treat: „Das ist momentan unser Sorgenkind“, meint Spartenchef Matthias Davids mit Blick auf die Premiere im November. Beim Tanz wird „Credo“ von Urs Dietrich nachgeholt und Mei Hong Lin choreografiert „Bilder einer Ausstellung“ und „Liebesbriefe“. Highlights bei Oper und Operette sind „Fidelio“ zum Saisonauftakt, „Das Land des Lächelns“ und „Le Nozze di Figaro“, für Kenner die Uraufführungen der Neufassungen von „Das Dreimäderlhaus“ nach Schubert oder der romantischen Oper „Melusina“ von Conradin Kreutzer - alle Stücke der Spielzeit finden Sie auf www.landestheater-linz.at . Der Kartenverkauf soll etwa Mitte Juli starten.

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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