13.06.2020 08:00 |

Schritt für Schritt

Erst ab Herbst kommt der Klinik-Alltag zurück

Nach und nach werden die Salzburger Landeskliniken hochgefahren. Teilweise laufen die Spitäler schon auf Hochtouren, an anderen Stellen wird es jedoch bis zum Herbst dauern. Ein Grund ist das fehlende Personal. Währenddessen hat das Covid-Spital am Messegelände ausgedient und wird bis Ende Juni geräumt.

„Man kann nicht einfach den Schalter umlegen und dann ist alles wieder bei 100 Prozent“, so Paul Sungler, Geschäftsführer der Landeskliniken (SALK). Das Landeskrankenhaus ist derzeit wieder mit 85 Prozent in Betrieb, die Christian-Doppler-Klinik mit 96. Innerhalb des Landes-Spitals sind die Unterschiede in den Abteilungen aber noch sehr groß. So sind etwa das Kinderspital oder die Gynäkologie wieder im Vollbetrieb, die Lungenabteilung oder der 1. Medizin erst bei 70 Prozent. Derzeit werden die meisten Covid-Stationen wieder aufgelassen und die Abteilungen können in ihre ursprünglichen Räumlichkeiten zurück.

Mit Ende Juni wird auch das Corona-Spital am Messegelände aufgelassen. Es wurde penibel dokumentiert um es im Fall der Fälle schnell wieder aufbauen zu können. „Das würde auch bei Katastrophen funktionieren“, ist sich Sungler sicher. Für die Betten wurden geeignete Lager gefunden.

Viele Operationen wurden nachgeholt
1006 Operationen mussten, wie berichtet, durch die Krise verschoben werden. In der Augenabteilung konnte bereits ein Großteils wieder aufgeholt werden. In Hallein gibt es mehr Operationen als im Vorjahr und auch in der Landeshauptstadt wird im Rahmen der Möglichkeiten öfter operiert. Die Ärztekammer kritisierte, dass dies aber zu langsam geschehe. Dem kontert der SALK-Geschäftsführer: „Diese Kritik ist lustig, die Kammer schreit als erstes wenn eine Stunde zu viel gearbeitet wird.“ Gerade Operationen mit Anästhesie haben einen hohen Personalaufwand. Die Ärzte würden von sich aus auch mehr operieren, „aber das Arbeitsgesetz lässt dies nicht zu.“ Durch vorzeitige Pensionierungen und mehreren Schwangerschaften fehlt jetzt das OP-Personal um innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten noch mehr leisten zu können. „Schwangere dürfen zum Beispiel in der Arbeit keine Masken tragen und können deswegen nicht mit in den OP. Wir werden über Recruiting versuchen so schnell wie möglich mehr Personal zu bekommen“, so Sungler.

Ein Covid-Haus muss erhalten b leiben
Ein Haus bleibt weiterhin für Covid-Fälle erhalten. Auch dort werden mindestens 30 Leute aus dem Personal benötigt. Am Freitag war ein Patient stationär und neun in der Abklärungsstation. Dort gibt es gibt zwei verschiedene Tests. Der Schnelltest liefert nach 45 Minuten ein Ergebnis. „Gerade dieser ist aber problematisch, weil wir ihn aus den USA beziehen und er mit einem Schlüssel in Europa verteilt wird“, erklärt der Geschäftsführer. 1600 Stück gibt es derzeit in Salzburg. 30 bis 35 werden täglich durchgeführt - der Rest mit normalen Tests.

Felix Roittner
Felix Roittner
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