13.06.2020 06:00 |

Spesen, Spesen, Spesen

Was Strache der FPÖ alles verrechnen wollte

Die Causa Spesen rund um den ehemaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache steht für spezielle Brisanz. Die „Krone“ enthüllte eine weitere – durchaus pikante – Episode. Potenzmittel wurden der Ex-Partei verrechnet. Die FPÖ will vorerst nichts dazu sagen und verweist auf die laufenden Ermittlungen der Justiz.

Nun geht es unter die Gürtellinie. Wie die „Krone“ enthüllte, besteht der Verdacht, Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe sich Potenz- und Diätmittel über die Apotheke mit dem vielversprechenden Namen „Zum goldenen Reichsapfel“ besorgt, die Kosten seiner Partei verrechnet. Dies bestreitet Straches Anwalt gar nicht, allerdings habe sein Mandant die stolze Summe von 8000 Euro (2015 bis 2018) zurückbezahlt. Ob das stimmt? Die FPÖ Wien sagt dazu nichts: „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren.“

Es besteht der Verdacht der Untreue
Fix ist, es handelte sich nicht um „Repräsentationsausgaben“ (Strache erhielt diesbezüglich als Vizekanzler zusätzlich zu seinem üppigen Gehalt monatlich 10.000 Euro; eine Repräsentation in diesem Fall ist schwer vorstellbar). Die Rechnungen sind Teil von Ermittlungen rund um Straches „Spesen-Affäre“. Es besteht der Verdacht der Untreue, Strache habe Kosten für private Angelegenheiten in teils getarnter Form der Wiener FPÖ weitergereicht. Der einstige Oberblaue weist alle Vorwürfe standhaft von sich - es gilt klarerweise die Unschuldsvermutung.

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Ermittlungen werden noch mindestens ein Jahr dauern
Die Ermittlungen werden nach „Krone“-Infos noch mindestens ein Jahr dauern. Jeder Beleg muss geprüft werden. Was war privat, was für die Partei? Es gibt viel zu tun. So soll Strache eine Whirlpool-Reparatur sowie Nachhilfestunden für eines seiner Kinder als Spesen eingereicht haben. Die Rede ist auch von Strafzetteln und einem Gucci-Einkauf sowie Kosten für Privatdetektive (u.a. soll er seine Ex-Frau bespitzeln haben lassen - Kosten 10.000 Euro).

Es dürften im Vorfeld der Wien-Wahl im Oktober, an der Strache mit eigener Liste zu Felde zieht, weitere Pikanterien offenbart werden. Ob Strache – abgesehen bei seinen Hardcore-Fans, die ihm auch in schlechten Zeiten stramm zur Seite stehen – durch Episoden à la Potenzmittel für freudige Erregung beim Wahlvolk sorgen wird, darf bezweifelt werden.

Erich Vogl, Kronen Zeitung

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