12.06.2020 06:00 |

Beleg aus Apotheke

Strache: Sogar Potenzmittel über FPÖ verrechnet

Die Spesen-Affäre um Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist um eine pikante Facette reicher: Der einstige FPÖ-Grande soll seiner Partei auch Apothekenrechnungen um Tausende Euro vorgelegt haben - unter anderem für Diät- und Potenzmittel.

Straches Anwalt Johann Pauer hat natürlich recht, wenn er meint, dass Erkrankungen seines Mandanten niemanden etwas angehen. Etwas anders schaut es aber aus, wenn höchstpersönliche Medikamentenkäufe nicht, wie man es erwarten könnte, ausschließlich privat erledigt werden, sondern man die Rechnungen ans Parlament oder die Partei schicken lässt. Zumindest soll Strache dies so gehandhabt haben, wie der „Krone“ vorliegende Unterlagen zeigen.

Zwischen 2015 und 2018 soll der Profi-Politiker um insgesamt fast 8000 Euro eingekauft haben. Fast zwei Drittel davon gingen laut Insidern für manneskraftstärkende Pillen drauf, auch Diätmittel sind in den Aufzeichnungen einer Wiener Apotheke zu finden. Beglichen wurden die Auslagen von der FPÖ, was Anwalt Pauer nicht bestreitet: „Allerdings wurden sämtliche Rechnungen, die vom Steuerberater der Partei als privat eingestuft wurden, von meinem Mandanten in regelmäßigen Abständen bezahlt.“ Auch die Apotheken-Belege würden darunterfallen; Strache habe sich nichts zuschulden kommen lassen.

Ob das so ist, wird das Ermittlungsverfahren zeigen, das bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verdacht des Spesenbetrugs - rechtlich als Untreue qualifiziert - geführt wird.

Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

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