09.06.2020 17:00 |

Helga Rabl-Stadler

„Hinter uns liegt eine Hochschaubahn der Gefühle“

Opern, Theaterproduktionen und Konzerte aus allen Genres und ein umfangreiches Sicherheitskonzept machen die Salzburger Festspiele 2020 zu unvergesslichen. Vielleicht werden sie manchen Besucher sogar an die der 1960er Jahre erinnern. Der Fetisch des Rekorderreichens ist Geschichte. Dieses Jahr zählt, gesund und musikalisch gebildet aus einem künstlerischen Hochgenuss hervorzugehen.

Das Direktorium der Salzburger Festspiele tritt zu High Noon in die Fördererlounge im Großen Festspielhaus, Intendant Markus Hinterhäuser begrüßt vereinzelt mit Elbump, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler zitiert Hugo von Hofmannsthal „Wo der Wille erwacht, dort ist schon fast etwas erreicht“, die Kirchenglocken läuten. Die Präsentation des Festspielprogramms für August hat etwas Leichtfüßiges, wie nach einer schweren Geburt, obwohl die schlaflosen Nächte ja erst kommen.

Gemeinsamer Kunstgenuss ermöglicht

Rabl-Stadler habe keine Minute daran gezweifelt, dass die Festspiele stattfinden würden. „Das unbeschreibliche Live-Erlebnis wollten wir unbedingt. Hinter uns liegt eine Hochschaubahn der Gefühle und vor uns ebenfalls“, so die Präsidentin, die Hoffnung und Intuition nicht aufgab. Dabei sei ganz klar die Sicherheit für das Publikum, die Künstler und Mitarbeiter die Nummer Eins im Festspielhaus. Um die zu gewährleisten, existiert eine Präventionsorganisation aufgestellt aus Arbeitsmedizinern, Fachärzten für Mikrobiologie und Hygiene und für Innere Medizin. 

Über allem steht die Sicherheit

Um das Aufeinandertreffen von Publikumsströmen zu vermeiden, wird es keine Pausen und keine Bewirtung geben. Eintrittskarten sind personalisiert, um den Behörden ein schnelles Kontakt-Tracing zu ermöglichen und die Sitzplätze deutlich reduziert im Schachbrettmuster angelegt. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, als einziges Festspielhaus arbeiten zu können“, sagt der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz. „Alle von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen werden penibel befolgt und wenn notwendig in Eigenverantwortung noch ergänzt und übertroffen.“ Mitarbeiter und Künstler, die den Ein-Meter-Abstand im Orchester oder auf der Bühne nicht einhalten können, werden wöchentlich in Form eines Rachenabstrichs getestet und führen ein Gesundheitstagebuch.

Die Sehnsucht nach kollektiver Begeisterung

Alle Stücke, die nicht mit reduziertem Bühnenbild, überschaubarem Personal und ohne Pause auskommen, transferiert das dynamische Trio ins Jahr 2021. Die Sehnsucht mit der Kunst eine Begeisterungsgemeinschaft herzustellen, sei übergroß, erklärt Intendant Markus Hinterhäuser. Streamingangebote allein brächten das nicht zustande.

Fakt ist, der August wird musikalisch und schauspielerisch ein wunderbares Wagnis, das kein Genre vermissen lässt. Der Ansturm auf 80.000 Karten statt auf ursprünglich geplante 242.000 Karten ist enorm. Im Hinblick darauf, was bis zum Beginn der Festspiele noch mit Herzblut und Leidenschaft zu stemmen ist, zitiert Hinterhäuser mit einem Lächeln Karl Valentin: „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist.“

Hier geht´s zum Festspiel-Programm:

Nina Kaltenböck
Nina Kaltenböck
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