08.06.2020 09:45 |

Fußball

„Fühlte mich nicht wertgeschätzt“

Mit Nicholas Mayer trennte sich Austria Salzburg überraschend von einem Urgestein. Der nunmehr 30-Jährige schnürte erstmals in der Saison 2008/09 die Schuhe für die Kampfmannschaft, hat in zwölf Jahren für Violett 324 Spiele - von der 2. Landesliga bis in die 2. Liga - bestritten, dabei 95 Treffer und 88 Assists angeschrieben. Im „Krone“-Interview erklärt er seine Enttäuschung über die Vorgangsweise der Austria und lässt seine violette Zeit Revue passieren.

Nico, mit zwölf Erste-Jahren warst du praktisch ein Violetter der ersten Stunde. Warum nun die plötzliche Trennung?

Das sportliche Angebot von Trainer Schaider spiegelte nicht die Wertschätzung wider, die meine Qualitäten verdienen. Ich hab mir als Führungsspieler ein gewisses Standing aufgebaut. In der Rolle eines Ergänzungsspielers, wie sie für mich jetzt vorgesehen war, ist es aber fast unmöglich, den doch stark leistungsbezogenen neuen Vertrag zu erfüllen.

Enttäuscht?

Ja, sehr. Von meiner Seite völlig unverständlich, wie es gelaufen ist. Vom Vorstand kam überhaupt kein Gesprächsangebot, nur nach drei Tagen eine SMS, ob ich mit der Facebook-Notiz über mein Ausscheiden in der erschienenen Form einverstanden sei.

Du hast seit 2008 alle Höhen und Tiefen bei Violett erlebt, 324 Partien auf fünf Leistungsebenen gespielt. Wann hast du jemals gefehlt?

Wenn ich gesperrt war - ich war ja kein Kind von Traurigkeit, hab Emotion und Leidenschaft an den Tag gelegt, damit eigentlich die Tugenden der Austria verkörpert. Sonst haben mich nur Verletzungen am Spielen gehindert. In der Westliga waren es einmal vier Monate wegen einer Schambeinentzündung und in der zweiten Liga die ersten paar Spiele nach einem Haarriss in der Wade in unserer Aufstiegssaison.

Welche Spiele sind dir in besonderer Erinnerung geblieben?

Gleich im ersten Jahr das 2:0 gegen Kuchl mit beiden Toren von mir. Perfekt zu meinem 18er und zum 75er der Austria - wir teilen uns ja den 13. September als Geburtstag. Dann das 2:1 in der Regenschlacht gegen die Jungbullen 2010 in Maxglan und das 2:2 in der Relegation 2014 beim FAC mit unserem Ausgleich in der Schlussminute.

Wie geht’s jetzt weiter?

Damit habe ich mich noch nicht richtig befasst. Die Situation ist völlig neu, weil für mich immer klar war, dass ich bis zum Schluss für die Austria spiele. Ich habe sogar schon erste Angebote erhalten, werde mir alles ganz genau anschauen. So viel Selbstbewusstsein habe ich, zu sagen, dass ich noch jedem Klub auf dem Niveau helfen kann.

Wäre eine Rückkehr zur Austria irgendwann auch vorstellbar?

Das kann ich mir aktuell nicht vorstellen, der Umgang mit mir bei der Trennung war überhaupt nicht okay. Im Herzen bleibe ich dem Verein aber weiter verbunden, deshalb kommt ein Wechsel etwa zum Stadtrivalen SAK auch nicht in Frage. Bei Öttl war das vielleicht eine Trotzreaktion . . .

Harald Hondl
Harald Hondl
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