05.06.2020 05:58 |

Kritik von Bauern

380-kv-Leitung im Pongau: Mastenteile liegen parat

Im Pongau liegen die Mastenteile für die 380-kV-Freileitung bereits parat. Die Bauarbeiten für das umstrittene Projekt laufen auf Hochtouren. Der betroffene Bauer Andreas Dengg macht seinem Ärger nun Luft. Die Betreiber der Austrian Power Grid (APG) haben jedoch kein Verständnis für Denggs Kritik. Bereits am Freitag (15.30 Uhr) findet die nächste Protestkundgebung in der Stadt Salzburg statt.

Gruben, Bauzäune und Stücke von Masten: Wer sich nach Bischofshofen-Mitterberghütten an der Grenze zur Bezirkshauptstadt St. Johann begibt, kann das Ausmaß des umstrittenen Freileitungsprojekts schnell erahnen. „Wir haben aktuell massive Bau- und Grabungsarbeiten hier, weil wir schon so viele Leitungen bei uns haben und jetzt alles umgegraben wird“, schildert Land- und Forstwirt Andreas Dengg. Er selbst ist bereits von den bestehenden 220- und 110 Kilovolt-Trassen betroffen: „Ich allein habe schon drei Hochspannungsleitungen auf meinen Gründen.“ Nun soll unweit von Denggs Hof in St. Johann das Umspannwerk Pongau im Gemeindeteil Urreiting an das Hochleistungsnetz der APG angeschlossen werden.

St. Johanns Stadtchef auf Seiten der Betreiber


Stadtchef Günther Mitterer kann den Ärger von Dengg nicht nachvollziehen. „Ich persönlich bin froh, dass eine Freileitung kommt.“ Die Trassenverlegung vom Tal ins Gebirge schaffe schließlich Kapazitäten, so der Bürgermeister. Dengg jedoch kann solchen Argumenten nichts abgewinnen. „Mit mir hat noch kein einziger Gutachter der APG gesprochen. Einem Nachbarn wurde der Grund falsch bewertet“, kritisiert der Freileitungsgegner. Von den gutachterlichen Bewertungen für Gründe sind die Entschädigungszahlungen für Bauern abhängig. „Unsere Gutachter arbeiten hoch professionell“, wehrt sich APG-Sprecher Fritz Wöber. Er könne die Anschuldigungen nicht verstehen. Derzeit hält sich der Widerstand im Pongau in Grenzen. Flachgauer und Tennengauer protestieren hingegen wieder heute, Freitag, um 15.30 Uhr bei einer Demo in der Stadt Salzburg.

Fakten

Speziell rund um das Umspannwerk Pongau in St. Johann-Urreiting an der Grenze zur Nachbarstadt Bischofshofen finden derzeit Grabungs- und Bauarbeiten statt.  Für den Anschluss an das 380-kV-Netz sollen das Werk erweitert werden und bestehende Hochspannungsleitungen (220-kV und 110-kV) abgetragen werden.  Die 380-kV-Leitung soll 2025 in Betrieb gehen. Die Abtragungsarbeiten für die alten Hochspannungsleitungen sollen laut APG im Jahr 2026 abgeschlossen sein.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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