04.06.2020 12:59 |

Schweizer NBA-Star:

„Wunderschöne Bilder von solidarischen Polizisten“

Auch der Schweizer Basketball-Star Thabo Sefolosha hat sich zur gewaltsamen Tötung von George Floyd geäußert. Die Videobilder des Vorfalls, bei dem ein weißer Polizist dem in Handschellen am Boden liegenden Afroamerikaner Floyd während fast neun Minuten das Knie in den Nacken drückt und dieser so das Bewusstsein und später sein Leben verliert, lösten „Ärger“ und „fast schon Ekel“ in Sefolosha aus. Aber zeigt sich ob der Bilder von den sich mit dem Protest solidarisierenden Polizisten gerührt.

Der 36-jährige NBA-Routinier verstehe nicht, wie man einen solchen Mangel an Respekt vor menschlichem Leben haben könne und wieso die Verantwortlichen der Taten nur selten zur Rechenschaft gezogen würden, sagte er im Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Wenn du als schwarzer Mann in Amerika immer wieder mit solchen Bildern konfrontiert wirst, kommst du irgendwann zum Schluss, dass du das sein könntest“, betonte der Swingman der Houston Rockets.

Sefolosha wisse aufgrund seiner Vorgeschichte in New York genau, „wie schnell man in so eine Situation geraten kann“. Der Sohn eines südafrikanischen Musikers und einer Schweizer Künstlerin war am 8. April 2015 bei einem Discobesuch in Manhattan anlässlich einer Polizeikontrolle trotz kooperativem Verhalten von Polizisten attackiert worden, wobei diese ihm den Unterschenkel brachen. Im Gegensatz zu Opfern wie Floyd habe er „in jener Nacht in New York“ einen Schutzengel gehabt.

Sefolosha hat nach eigener Aussage darüber nachgedacht, mit seinen Töchtern an den Demonstrationen teilzunehmen, „um ihnen ein Stück Weltgeschichte zu zeigen“. Letztlich habe er sich aber aus Sicherheitsgründen dagegen entschieden, „auch wegen Corona“. Die Bilder von Polizisten, die sich in diesen Tagen mit Demonstranten solidarisieren, bezeichnete Sefolosha gegenüber dem „Blick“ als wunderschön. „Wir brauchen mehr davon.“ Die Realität, die die Leute Tag für Tag erlebten, änderten diese Bilder allerdings nicht. „Ich will, dass die Polizisten, die jetzt niederknien, eingreifen, wenn das nächste Mal ein Kollege einen Bürger misshandelt, egal ob schwarz oder nicht“, forderte Sefolosha.

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