25.08.2004 14:05 |

Überstunden

Unsere Lehrer arbeiten am wenigsten

22 Prozent aller beschäftigten Österreicher verbringen wöchentlich mehr als 45 Stunden am Arbeitsplatz, fast gleich viele sitzen über 40 Stunden im Büro. Zu diesem Ergebnis kommt der so genannte Arbeitsklima-Index der AK, demzufolge 43 Prozent aller heimischen Arbeitnehmer länger arbeiten als notwendig - das ist ein Spitzenwert in Europa! Am besten haben es noch die Lehrer, die so gut wie nie Überstunden einlegen...
Der jüngste Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammerzeigt es schwarz auf weiß: Unsere Lehrer machen von allenBeschäftigten am wenigsten Überstunden - nämlichgar keine bzw. keine offiziellen oder solche, die bezahlt werdenwürden. Allerdings muss man dieser Berufsgruppe zugute halten,dass ein großer Anteil nur teilzeitbeschäftigt ist.
 
Fleißige Akademiker
Dennoch liegen sie nicht im Trend: Laut Arbeitklima-Indexsteigt die wöchentliche Arbeitszeit, je höher der Ausbildungsgradist. 27 Prozent aller Akademiker plagen sich mehr als 45 Stundenfür ihren Chef, während dieser Anteil bei den Personenmit Pflichtschulabschluss nur bei rund zehn Prozent liegt. Besondersemsig gehen auch kinderlose Personen ans Werk, obwohl 38 Prozentdieser Gruppe die Vereinbarkeit von Job und Familie als "gut"bezeichneten.
 
Männer arbeiten mehr als Fauen
Differenziert man nach Geschlecht arbeitet mit 49Prozent beinahe jeder zweite Mann in Vollzeit mehr als 40 Stundenpro Woche, bei den Frauen mit Vollzeitbeschäftigung schaffenimmer noch 33 Prozent die 40 Stundenhürde. Ähnlich wiebei den Lehrern gilt auch in diesem Zusammenhang, dass Frauengar nicht die "Chance" zu Mehrarbeit haben, weil sie häufigerTeilzeitjobs ausüben als Männer.
 
Überstunden bedeuten nicht mehr Geld
Wer länger schuftet, bekommt deswegen nichtautomatisch mehr Lohn, denn das Einkommen wächst wegen derhohen Überstundenbesteuerung nicht proportional zur Arbeitszeit."Die Wirtschaft spricht von Arbeitszeitflexibilisierung und meinetatsächlich längere Arbeitszeiten ohne entsprechendeLohnzuwächse", sagt Dr. Johann Kalliauer, Chef der AK Oberösterreich."Hier muss angesetzt werden - etwa durch steuerliche Entlastungder Arbeitnehmer."
 
Zufriedenheit sinkt mit den Überstunden
Für Kalliauer sind diese Zahlen weiters einBeleg dafür, dass die von der Industriellenvereinigung losgetreteneDebatte um die Verlängerung der Arbeitszeit unsinnig ist:"Unsere Erhebungen zeigen, dass die Arbeitszufriedenheit mit steigenderStundenzahl massiv sinkt. Wer länger als 40 Stunden arbeitet,klagt verstärkt über Stress, Geist und Körper werdenstark belastet. Besonders schlimm ist, dass die Überstundenoft zu Lasten der Familie gehen."
Sonntag, 16. Mai 2021
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