Mi, 26. September 2018

Kunst des Recyclings

15.08.2010 13:35

Grazer Ausstellung zeigt, was man aus Müll machen kann

Mit einer erfolgreichen Tauschbörse war die Plattform "earth.re.create" bereits im Februar im Grazer "rotor" zu Gast - nun hat sie mit jungen Kreativen aus fünf europäischen Ländern eine Ausstellung über nachhaltige Mode, Klimawandel und Menschenrechte erarbeitet. Zu sehen im "fashionLAB" in Graz.

"An so gut wie jedem Produkt, das wir kaufen, hängt ein Rattenschwanz an Ausbeutung", erinnert Alexandra Pötz, Grazer Mode-Designerin und Mitglied der Plattform "earth.re.create" an ein Faktum, das wir beim Shoppen gerne übersehen: Damit wir diese Produkte billig kaufen können, müssen sie anderswo noch viel billiger produziert werden. Die Menschen und die Umwelt - vor allem in diesen Niedrigstlohnländern, aus denen wir den Großteil dieser Produkte beziehen - leiden an diesem unseren Konsumverhalten.

"Was wir kaufen, werfen wir weg"
"80 Prozent von dem, was wir uns kaufen, werfen wir innerhalb von sechs Monaten wieder weg", weiß Evelina Lundqvist. Und deshalb stehen auch Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Menschenrechte im Mittelpunkt des Workshops für junge Kreative, den sie gemeinsam mit Pötz in Graz organisiert hat.

Teilnehmer zwischen 18 und 25 Jahren aus Schweden, Deutschland, Spanien, Lettland und Österreich haben daran teilgenommen und in den vergangenen Tagen gemeinsam eine Ausstellung erarbeitet, die bis Samstag im "fashionLAB" in Graz zu sehen ist und danach in die Heimatländer aller Teilnehmer wandert. "Unser Zugang ist sehr aktionistisch", meint Lundqvist: "Es geht darum, konkrete Strategien und Ideen zu entwickeln."

Models in Kompost
So kann man bei der Ausstellung nicht nur kreativ recycelte Kleidungsstücke (Bild) und Design-Artikel sehen, sondern auch Installationen, oder eine Fotoserie mit Models im Kompost. Zu guter Letzt kann man in einem eigens errichteten Beichtstuhl Mutter Erde seine Konsum-Sünden beichten. Die Teilnehmer wollen aber nicht nur den anderen den Spiegel vorhalten, sondern haben auch sich selbst genauestens beobachtet. So wurde etwa die eigene Müllproduktion täglich festgehalten, um aufzuzeigen, dass es immer Optimierungspotenzial gibt. Die Ausstellung ist eine wunderbar ironische Inspirationsquelle dafür. Infos unter earthrecreate.com.

von Christoph Hartner, "Steirerkrone"

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