23.08.2004 16:14 |

Schulweg üben

Mit deinem Kind den Schulweg trainieren

Der Weg zur Schule ist für viele Volksschüler nicht nur neu, sondern auch gefährlich. Deshalb müssen die Kinder den Schulweg kennen, den sie bald alleine bestreiten müssen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt Tipps, wie Eltern mit ihren Sprösslingen den Schulweg trainieren können.
Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium fürVerkehrssicherheit (KfV), fordert Eltern auf: "Trainieren Sierechtzeitig den Schulweg mit Ihren Sprösslingen! Am bestenmorgens oder mittags, damit die gleichen Verkehrsbedingungen herrschen,ungeeignet sind Wochenenden. Als Faustregel gilt: Gehen Sie mitden Kleinen einen leichten, kurzen Weg mindestens drei- bis viermalab, einen langen schwierigen Weg mindestens an zehn verschiedenenTagen. Der festgelegte Weg sollte dann für das Kind verbindlichsein!"
 
Kinder sehen, hören und reagieren anders!
Häufig werden die Fähigkeiten von Kindernüberschätzt. Wenn ein Kind gelernt hat, am Schulwegan einer bestimmten Kreuzung am Zebrastreifen anzuhalten, heißtdas nicht, dass es sich auch bei anderen Kreuzungen so verhält.Denn: Kinder sehen, hören, denken, reagieren und bewegensich anders als Erwachsene! Erst ab einem Alter von etwa achtbis zehn Jahren können die kleinen Fußgänger mitden Anforderungen des Straßenverkehrs einigermaßensicher umgehen. Voraussetzung dabei ist, dass sie im Elternhausausreichend vorbereitet werden.
 
Achtung beim Überqueren der Straße- auch am Zebrastreifen!
Damit die Kleinen unbeschadet über die Straßekommen, müssen die Eltern einen möglichst sicheren Übergangzum Überqueren der Straße suchen. "Lassen Sie Ihr Kindnicht an unübersichtlichen Stellen, ungeregelten Kreuzungen,zwischen parkenden Fahrzeugen und Sträuchern oder vor Kurvenund Kuppen über die Straße gehen!", warnt Thann undrät: "Bei Fußgängerampeln gilt: Grün alleinreicht nicht - immer nach beiden Seiten schauen und auf Abbiegerachten! Druckknopfampeln haben lange Wartezeiten - führenSie den Kindern vor Augen, dass die Ampeln mit Zeitverzögerungarbeiten und tatsächlich funktionieren". Der Zebrastreifenwird in seiner Schutzwirkung oft überschätzt: Trotzgesetzlicher Verpflichtung halten viele Fahrzeuglenker nicht an.Dazu kommt, dass in den Städten Zebrasteifen oft verparktsind und Kinder somit den Verkehr kaum wahrnehmen können.Wichtig ist: erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alleFahrzeuge angehalten haben.
 
Mehr Tempo 30-Zonen im Schulumfeld!
"Bauliche, technische und überwachende Maßnahmenstehen natürlich an erster Stelle, um den Schulweg fürKinder sicherer zu machen. Dazu gehören vor allem mehr Tempo30-Zonen im Schulumfeld, die Einrichtung von kinderfreundlichenStraßenüberquerungshilfen, die Beseitigung von Sichthindernissensowie verstärkter Einsatz von Schülerlotsen und Überwachungsmaßnahmen",zählt Thann notwendige Maßnahmen auf und appelliertgleichzeitig an die Autofahrer " überall wo mit Kindern zurechnen ist Rücksicht zu üben, möglichst langsamund bremsbereit zu fahren sowie den Kinder eine sichere Fahrbahnüberquerungzu ermöglichen".
Montag, 17. Mai 2021
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