12.05.2020 13:00 |

Feuerwehrmann starb

Neues Gutachten nach Stromschlag bei Kinderfest

Vor fast genau einem Jahr schockierte ein tragisches Unglück das Bundesland Salzburg: Ein Stromschlag beendete das Leben eines Feuerwehrmannes (45), der zuvor mit sieben Kindern im Drehleiter-Korb einer 110-kV-Leitung zu nahe kam (die „Krone“ berichtete). Mittlerweile ist ein Gutachten eingelangt. Nun ist die Salzburger Staatsanwaltschaft am Zug.

„Er war ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, zitierte die „Krone“ vor einem Jahr den Gollinger Bürgermeister Peter Harlander. Der plötzliche und tragische Unfall-Tod des ÖVP-Gemeindevertreters hat schockiert. Vor allem aufgrund der Umstände: An jenem 17. Mai 2019 fand am Sportplatz die alljährliche Sicherheitsolympiade für Schüler statt. Mit dabei war die Freiwillige Feuerwehr: Dressler führte Kindern die Drehleiter des Feuerwehrfahrzeuges vor.

Gegen 11.30 Uhr fuhr er mit sieben Kindern im Korb hoch - nur wenige Meter neben einer 110-kV-Stromleitung. Daraufhin löste ein Funkenschlag einen Stromfluss aus, in den der Feuerwehrmann geriet. 110.000 Volt flossen daraufhin durch den Körper und das Fahrzeug in den Boden: Die Technik brannte durch. Der Tennengauer war sofort tot. Wie durch ein Wunder blieben alle Kinder unverletzt.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung steht im Raum
Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen aufgrund fahrlässiger Tötung gegen einen Feuerwehrkollegen ein und beauftragte den Unfallexperten Gerhard Kronreif mit der Erstellung eines Gutachtens. Dieses liegt den Behörden vor.

Nun ist die Salzburger Staatsanwaltschaft am Zug. Sie entscheidet, ob gegen den Feuerwehrmann Anklage erhoben wird. Laut „Krone“-Recherchen hätte die Drehleiter den Vorschriften nach von zwei Personen bedient werden müssen: im Korb und bei der Hauptsteuerung mit Notfallknopf am Fahrzeug. Dies war zur Unfallzeit nicht der Fall. Zudem hat, wie berichtet, das Gummi-ummantelte Geländer im Drehleiter-Korb die Schüler vor dem tödlichen Stromschlag bewahrt.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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