Kunst von der Straße

„Museum des Hinaufschauens“ in Wien

Die Museen der Stadt waren aufgrund der Corona-Krise für Wochen geschlossen. Und auch, wenn einige unter strengen Auflagen nun endlich wieder öffnen, viele bleiben die kommenden Wochen noch zu. Wer Lust hat, Kunst zu entdecken, kann sich jedoch einfach in die Stadt begeben: Hier hängt die Kunst wortwörtlich an den Wänden. Um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die ihr gebührt, wurde das „Museum des Hinaufschauens“ gegründet. Es hat immer geöffnet, ist für alle frei zugänglich und existiert ausschließlich auf Instagram. 

Magdalena Hiller und Gabriel Roland und haben das Museum des Hinaufschauens gegründet. Die beiden sammeln, archivieren und recherchieren dabei fassadengebundene Wiener Kunst von 1919 bis 1989 und teilen ihr Wissen mit ihren Fans und Followern auf Instagram. Foto für Foto zeigen sie dadurch unzähligen Mosaike und Sgraffitti (einer Technik bei der Motive direkt in den Verputz eingearbeitet werden) der Stadt.

Ultimatives Ziel ist es, eine umfassende Datenbank mit Hintergrundinformationen anzulegen. Das soll zu einer gesteigerten Wertschätzung der Kunstwerke führen - nicht zuletzt, um die Zerstörung der Fassadengestaltungen im Laufe baulicher Maßnahmen zu verhindern.

Magdalena und Gabriel bauen bei ihrem Projekt auf die Mithilfe der Community. Jeder ist eingeladen, mitzumachen und Bilder einzusenden. Dazu das Bild mit dem Hashtag #raufschauen versehen oder das Museum des Hinaufschauens einfach auf dem Bild taggen. Auch Einsendungen über Facebook oder per Mail sind möglich.

„Momentan bekommen wir eigentlich täglich neue Einsendungen“, freut sich Gabriel. Er schwärmt: „Manche erforschen für uns die abgelegeneren Ecken der Außenbezirke, aber auch Gegenden, von denen man glaubt, sie schon in- und auswendig zu kennen, halten oft Überraschungen bereit. Eine besonders eifriger Raufschau-Fan deckt zum Beispiel in Begleitung ihres Babys den ganzen dritten Bezirk ab, während ein Herr uns seine über Jahre zusammengetragenen historischen Forschungen zur Kunst am Bau in seinem Grätzl zu Verfügung gestellt hat. So erreicht uns aus den verschiedensten Ecken eine Vielfalt an Einsendungen, was unglaublich viel Freude macht und das Projekt maßgeblich weiterbringt. Es ist schön mitzuerleben, wie unser kleiner Beitrag Leuten hilft ihre Stadt neu wahrzunehmen.“

Mai 2020

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Julia Ichner
Julia Ichner
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Sonntag, 05. Juli 2020
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