02.05.2020 13:55 |

Grazer Theatercafé

Wo sonst gelacht wird, herrscht nun die Stille

In der Grazer Kabarett-Institution Theatercafé von Manfred Koch und Tanja Baumgartinger herrscht derzeit coronale Stille und Traurigkeit. Die finanziellen Verluste sind enorm - dennoch lässt man sich die Hoffnung auf Lachen in geselligen Runden nicht nehmen.

Manfred Koch und Tanja Baumgartinger betreiben eine wahre Institution der Grazer Kleinkunst-Szene: das Theatercafé. Normalerweise ist es ein Ort zum Lachen, Beisammensitzen und Eierspeiseessen. Die Corona-Krise macht das derzeit unmöglich. Die Betreiber fürchten um ihre Zukunft.

Statt Geselligkeit herrscht nun Stille
„Es ist so traurig“, sagt Tanja Baumgartinger, als sie das leere Theatercafé in der Grazer Mandellstraße für die „Krone“ aufsperrt. Dort, wo sich normalerweise gesellige Runden auf den rot bezogenen Sitzbänken tummeln und Größen der österreichischen Kabarett-Szene auftreten, herrscht jetzt Stille.

Es ist die Ungewissheit, die Koch und Baumgartinger sorgt. „Wir planen zwar jetzt damit, im September wieder aufsperren zu können, aber wer weiß das schon. Wenn man hört, dass es keine Normalität geben wird, bis eine Impfung entwickelt wurde…“, sagt Koch.

Der finanzielle Verlust ist enorm
Ganze 87 Veranstaltungen mussten im Theatercafé abgesagt werden. Der finanzielle Verlust ist enorm, die Miete muss trotzdem weiterbezahlt werden. Die fünf Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Einnahmen? Keine. „Ich denke oft daran, was passiert, wenn wir noch länger nicht aufsperren können. Manchmal habe ich Angst, dass wir unsere Wohnung nicht halten können“, sagt Baumgartinger.

Tagsüber aufzusperren sei auch keine Option. „Das Theatercafé ist schon ewig ein Nachtlokal.“ Aber es ist mehr als nur finanzielle Belastung. „Die Besucher gehen uns total ab. Ich vermisse alles: die Leute, die Künstler, den Geruch.“ Mit einigen Stammgästen halten sie Kontakt, telefonieren ab und zu. Koch und Baumgartinger sind sicher: Sobald die Krise vorbei ist, kommen sie zurück.

Vorfreude auf Eierspeise und Geselligkeit
Ob sie trotz allem der Krise auch etwas Positives abgewinnen können? „Unsere Tochter Pauline genießt das total. Sie lernt den ganzen Tag, und die Abende können wir gemeinsam als Familie auf der Terrasse verbringen. Wir beide sind es gewohnt, viel Zeit miteinander zu verbringen, weil wir ja auch zusammenarbeiten“, erzählt Baumgartinger. „Wir machen eben das Beste aus der Situation.“

Einen kleinen Lichtblick für den Herbst wagt das Theatercafé-Team trotzdem: Der Kabarett-Preis „Kleinkunstvogel“ wird von 21. bis 25. Oktober stattfinden. Und falls sie öffnen dürfen, warten auch noch andere große Premieren. Und natürlich jede Menge Geselligkeit und Eierspeisen.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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