RLB-Generaldirektor:

„Je kleiner die Firma, umso größer die Nervosität“

Mehr Finanzierungen, mehr Einlagen, ein Jahresüberschuss nach Steuern, der sich trotz Rückgangs noch immer auf 256,5 Millionen Euro belief - „sehr zufrieden“ ist Raiffeisenlandesbank-OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller angesichts des Vorjahrs. Derzeit fordert die Corona-Krise auch das Geldinstitut enorm.

Krone:Herr Schaller, der Blick auf das Vorjahr fällt bei Raiffeisen OÖ sehr positiv aus.
Heinrich Schaller: Stimmt. Auch die Zahl der Kunden ist gestiegen. Wir konnten bei den Privatkunden zulegen, noch stärker im Firmenkundenbereich. Gerade das ist für die Weiterentwicklung einer Bank enorm wichtig.

Krone:Derzeit fordert alle die Corona-Krise. Wie hat die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich darauf reagiert?
Schaller: Wir haben in kürzester Zeit den Home-Office-Modus gestartet und nach wie vor ein sehr niedriges Anwesenheitsniveau. Bis Mitte Mai behalten wir auf jeden Fall das jetzige Konzept bei.

Krone:Und dann?
Schaller: Bis dahin werden wir ein Wiederanlauf-Konzept erarbeitet haben. Es wird Bereiche geben, die dauerhaft im Home-Office bleiben.

Krone:Rechnen Sie mit einem erhöhten Zustrom in die Filialen, da nun die Ausgangsbeschränkungen enden?
Schaller: Die Frequenz ist zuletzt stark zurückgegangen. Wir rechnen hier auch nicht mit einem starken Anstieg. Die Krise hat uns gezeigt, dass es mit knapperen Ressourcen auch geht. Man muss über veränderte Rahmenbedingungen nachdenken. Dass wir da oder dort Öffnungszeiten verringern, kann ich nicht ausschließen.

Krone:Wie erleben Ihre Kunden die Krise?
Schaller: Bislang wurden 8787 Kredite gestundet. Wir bemühen uns, unsere Firmenkunden durch die schwere Zeit zu begleiten und den Wiederaufbau mit ihnen gestalten zu können. Je kleiner das Unternehmen, umso größer ist die Nervosität. Zum Teil gibt es Katastrophenstimmung.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Samstag, 27. Februar 2021
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