21.04.2020 08:16 |

Symptom-Umfrage

Corona-Verbreitung: Facebook, Google liefern Daten

US-Forscher wollen mit Hilfe von Daten von Facebook- und Google-Nutzern ein genaueres Bild der Verbreitung des Coronavirus zeichnen. Die Wissenschaftler der Carnegie-Mellon-Universität im US-Bundesstaat Pennsylvania werten für eine Coronavirus-Karte Ergebnisse von Umfragen unter Internetnutzern über mögliche eigene Krankheitssymptome aus.

Mit Millionen von Antworten und weiteren Daten könnten in Echtzeit Schätzungen über die Verbreitung des Coronavirus erstellt werden, erklärte die Universität. Eine solche Karte bilde die Realität genauer ab, als dies derzeit auf Grundlage von Coronavirus-Testergebnisse allein möglich sei. Dies helfe Gesundheitsbehörden und Krankenhäusern bei der Planung.

Nutzer werden um Teilnahme gebeten
Die Internetkonzerne Facebook und Google helfen den Forschern, indem sie Nutzer ihrer Plattformen um die Teilnahme an der Umfrage bitten. „Die Erhebung fragte Menschen, ob sie Symptome wie Fieber, Husten, Atemprobleme und einen Verlust des Geruchssinns haben, die mit Covid-19 in Verbindung stehen“, schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Gastbeitrag für die US-Zeitung „Washington Post“.

Da solche Symptome Vorboten für eine schwerere Erkrankung seien, könnten Krankenhäuser im Voraus notwendige Kapazitäten planen. Auch lasse sich absehen, wo der Ausbruch sich verschlimmere und wo die Infektionskurve erfolgreich abgeflacht werde.

Projekt soll ausgeweitet werden
Während die Daten zunächst für die USA erhoben wurden, soll das Projekt jetzt weltweit ausgeweitet werden, wie Zuckerberg weiter schrieb. „Wir hoffen, dass dies Regierungen und Gesundheitsvertretern weltweit helfen kann, die ansonsten nicht über solche präzisen Daten verfügen würden, um in den kommenden Wochen und Monaten Entscheidungen zu fällen.“

Weltweit haben sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bereits fast 2,5 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, mehr als 166.000 Menschen starben. Allerdings dürften die tatsächlichen Infektionszahlen deutlich höher liegen: Wegen fehlender Tests bleiben viele Fälle unerkannt.

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