19.04.2020 18:51 |

Corona-Blog

„Wer hätte gedacht, dass es noch so weit kommt“

Wir schreiben Woche fünf des Blog-Buchs der Schülerinnen und Schüler des BG Blumenstraße. Die Osterferien sind vorbei - daheim geblieben wird trotzdem...

Vorbemerkungen:

Es sind jetzt nur noch wenige Schüler*innen, die Blog oder Tagebuch führen, da die verpflichtende Abgabe nun nicht mehr gilt - manche schreiben auch weiter, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. - Schade, wie ich finde und Sie wahrscheinlich auch. Ich möchte hier einmal allen Schüler*innen, die diese Blog-Collage gefüttert haben, danken und bemerken: Ihr habt das wirklich ausgezeichnet gemacht. Eure Beiträge sind und waren klug, überlegt, witzig und abwechslungsreich formuliert. Danke dafür. (Salbung für meine Deutschlehrerinnen-Seele!)

Für die 8a rückt nun die Matura und deren Vorbereitung - wie auch immer die aussehen möge (außer dem Datum ist noch nicht viel bekannt) - immer näher. Die 6b wird sich weiter mit Moodle und Teams abkämpfen müssen, es werden nun auch neue Themen erarbeitet. Intuitiv vorausschauend habe ich eure zweite Schularbeit auf Mitte Juni gelegt, die könnte sich ausgehen ;-).

Gabi Seeger

Die Welt geht den Bach runter. Österreich nicht. Wir wissen halt wie man an Bächen geht, um oben anzukommen. (Falls dies ein Regierungschef irgendeines Landes liest: gegen die Fließrichtung wäre ein guter Anfang). Die Maßnahmen werden bald gelockert und gestern wurden die Dunkelziffern bekannt gegeben. Irgendwie komisch, dass es alle stört, das nur so wenige krank sind. Stellen Sie sich mal vor, das sagt man bei einer normalen Grippewelle. Da steht man da wie der größte Menschenhasser. Und jetzt wird laut posaunt, dass viel zu wenig Menschen krank sind/waren. Ich weiß, wie das Prinzip „Herdenimmunität“ funktioniert. Aber ich finde erstens das Wort (sagen Sie mal zu normalen Zeiten zu Ihrem Volk „Herde“ als Politiker; bei der chsten Wahl gibt das dann einen Absturz, der einem in der Luft abgeschossenen Vogel ähnelt) und zweitens die Aussage, dass zu wenig Menschen krank sind, einfach köstlich. Sie müssen bedenken, dass bei V-heute eigentlich hauptsächlich Ramsch kommt und nicht mehr nur Corona-News, kann eigentlich nur bedeuten, dass alles den richtigen Lauf nimmt. (Marco 8a)

Ich habe heute um SIEBEN Uhr einen Karottenkuchen zu backen begonnen. Er war mein erster Kuchen, den ich jemals gebacken habe.  Meine Eltern habe ich doppelt geschockt. Erster Schock, als ich um neun Uhr morgens mit einem Kuchen dagestanden bin. Zweiter Schock, als sie ihn nach dem Abendessen probiert haben. Der Kuchen war einfach nur WOOOOOOW. Ich übertreibe nicht.  Nach dem Abendessen wurden die Kalorien verbrannt. (Rukiye 6b)

Montag, 13. April 2020

Das Mittagessen ist erst zwei Stunden her, trotzdem läuft man zum Kühlschrank, schaut rein und macht ihn wieder zu. Dann macht man ihn nochmal auf, vielleicht hat sich der Inhalt auf magische Weise verändert und es ist doch etwas Essbares drin.  Es ist Anfang Woche X. (Chiara 8a)

Die Nachbarn zu beobachten ist langweilig geworden. Ich denke man kann sich an jede Seltsamkeit seiner Mitmenschen gewöhnen, besonders wenn das ganze Jahr schon ein einziger Witz ist.  Leider vergeht mir der Humor bei blanker Dummheit. Heute war einer der Tage an denen ich mal wieder draußen joggen war - ich sehe nämlich schon aus wie die weißen Seiten des Mathebuchs. Nach 10min lief ich einer Gruppe von männlichen Corona-Leugnern entgegen. Alle fuhren mit Fahrrädern breit nebeneinander auf dem schmalen Weg neben der Ach. Keiner machte Anstalten auf die Seite zu fahren. Soll ich mal schnell in die Ach springen, an euch vorbeischwimmen und dann wieder raushüpfen? Alpaka-Weibchen spucken das Männchen an, wenn sie verärgert sind. Gut zu wissen. Da haben sie mit mir ja nochmal Glück gehabt. Solchen Menschen kann man ja nur wünschen, dass sie ihr Leben lang Salat in einer viel zu kleinen Schüssel umrühren müssen. Was muss denn noch passieren, damit alle das Virus ernst nehmen? (Chiara 8a)

Heute ist der 13. April 2020. Kaum zu glauben, dass ich bereits über fünf Wochen zu Hause in Quarantäne sitze. Mein Alltag hat sich seitdem massiv verändert. Normalerweise bin ich immer so gegen 6 Uhr in der Früh aufgestanden. Mittlerweile stehe ich jedoch erst gegen 10 Uhr auf. Ich wollte eigentlich meinen schulischen Schlafrhythmus beibehalten, jedoch hat dies nicht wirklich geklappt. Anstatt also um 10 Uhr in der Schule zu sitzen, frühstücke ich erstmal entspannt. Danach, also nach ca. einer Stunde, schau ich nach, was für neue Arbeitsaufträge ich erledigen muss. Diese mache ich dann, soweit es geht, bis es Mittagessen gibt. Nach der Stärkung versuche ich, so weit es geht, an den Arbeitsaufträgen weiterzuarbeiten, solange ich dann noch Lust habe. Sobald die Arbeitsaufträge erledigt sind, meistens so gegen 16 Uhr, beginnt für mich der ‘’Feierabend’’. Das heißt, ich lehne mich zurück und schaue erstmal Serien oder einen Film. So geht es dann den ganzen Tag weiter, bis ich irgendwann müde werde und einschlafe. Und am nächsten Tag fängt es wieder von vorne an. Langsam habe ich mich halt echt an so einen Alltag gewöhnt und es wird sicher schwer, sich wieder auf den normalen Schulalltag vorzubereiten. (Teo 6b)

Dienstag, 14. April 2020

Dienstag. Heute beginnt die Zeit des Online-Lernens. Zumindest in der Theorie. Wir sollen uns heute alle um 15:00 auf Microsoft-Teams einfinden. Sie wissen, glaube ich, ja, dass meine Anmeldeinformationen falsch waren. Ich habe die Lösung gefunden, durch einen fleißigen Mitschüler, der mir seine Email-Adresse nicht ganz beabsichtigt in einem Bild geschickt hat. vorname.nachname@bgbb.onmicrosoft.com. Da soll mal jemand draufkommen. An dieser Stelle will ich die Lehrerschaft informieren, dass kein Schüler jemals die Schul-E-mail-Adresse (vorname.nachname@bgbb.snv.at) checken wird. Niemals. Da können Sie noch so viele Mails schreiben, da kommt keine Antwort. Wissen Sie auch warum? Wenn ich die Aufgabe nicht kenne, kann ich sie auch nicht erfüllen und schicken. Aha, darum schicken die Schüler mir keine gemachten Übungsaufgaben. Sie fragen sich sicher, wie es kommt, dass ich diese E-mail gecheckt habe. Erstens habe ich Jahre bis Jahrzehnte gebraucht, um herauszufinden, dass die Emailadresse auf Pronto! läuft. Warum? Weil ich die Adresse ausprobieren wollte,r den Fall, dass ich sie bei Teams brauche. Wenn Chaos und Unübersichtlichkeit ein Spiel wäre,wären die Corona-Aufgaben der Endboss. Alles in allem: OK, Boomer. (Marco 8a)

Mittwoch, 15. April 2020

Heute ist der 15. April 2020. Ab heute dürfen in Österreich Geschäfte unter 400 Quadratmetern wieder öffnen, jedoch unter nur sehr strengen Auflagen. Das heißt zum Beispiel Maskenpflicht und mindestens 1 Meter Abstand zwischen den Kunden. Man überlegt auch schon Schulen wieder zu öffnen. Dann wird die Klasse wahrscheinlich in die Hälfte geteilt oder zwischen jedem Schüler gibt es 1 Meter Abstand. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass es beim Waschbecken in der Klasse Desinfektionsmittel geben wird. Viele meinen ja, vor Corona wird wie nach Corona und dass es nach den Ausgangsbeschränkungen wie früher wird. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Ich glaube, so wie früher mit allen Freiheiten wird es wahrscheinlich erst in ein paar Jahren wieder sein. Obwohl sich jeder sehnsüchtig seinen normalen Alltag zurückwünscht, wird das so schnell nicht gehen. Ich hoffe einfach, die Menschheit hat aus dieser Krise etwas gelernt, sodass so etwas nicht wieder vorkommen wird. (Teo 6b)

Donnerstag, 16. April 2020

Es werden immer mehr Lockerungen der Beschränkungen beschlossen. Der Spitzensport darf wieder anfangen zu trainieren und einige Sportarten sind wieder erlaubt. Kurios: Fußballer dürfen in Gruppen trainieren, beim Tennis muss man beim Doppel darauf achten, dass sich niemand berührt. Welcher Fußballer hat auch jemals jemand anderen berührt. Ich für meinen Teil habe die letzten 33 Tage keinen Sport gemacht. Nicht ein Mal. Und das werde ich auch nicht. Wenn es so weit ist, dass die Bäder aufsperren, wird es zwar hart, aber durchbeißen hat noch immer funktioniert. Zugenommen habe ich übrigens nicht, das funktioniert bei mir anders als bei anderen. Ich kann essen,so viel ich will und mich nicht bewegen, ich nehme nicht zu. Einige würden sagen, es ist ein Segen, andere würden sagen, es ist ein Fluch. Mir ist es, wie bei den meisten Sachen, gleichgültig. Hauptsache glücklich. (Marco 8a)

Ich habe mich eigentlich schon prächtig an meinen neuen Schlafrhythmus gewöhnt. Das einzige Problem stellen hier die Videokonferenzen mit den Lehrern dar, welche meisten frühmorgens sind. Morgen zum Beispiel habe ich eine Videokonferenz um 8 Uhr morgens. Das kann echt kritisch werden, wenn man bedenkt, dass ich normalerweise erst um 10 Uhr aufstehe. Ich hoffe einfach, ich sehe bei der Konferenz nicht aus wie der größte Zombie. Vielleicht können ich und meine Klassenkollegen meinen Lehrer ja noch dazu überreden, die Konferenz zu verschieben. Aber alles inallem wäre 8 Uhr auch nicht wirklich schlimm, da ich notfalls um 7:50 aufstehen könnte. Bei normalem Schulalltag muss ich immer um ca. 6 Uhr morgens aufstehen. (Teo 6b)

Freitag, 17. April 2020

Gabs, Yannik, Liam und ich haben ein Ritual geschaffen. Wir reden am Abend miteinander. Wer hätte gedacht, dass es noch so weit kommt. Sie müssen wissen, bei uns gibt es eine Ablehnungskultur. Ich glaube, ich habe zu normalen Zeiten nicht einmal ein Telefonat mit Gabs oder Yannik oder Liam geführt. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir alle 4 chronische Nicht-Abnehmer sind. Alle aus unterschiedlichen Gründen. Yannik schaut nie aufs Handy, man kann nur Glück haben, dass er gerade am Handy ist. Gabs ist zwar immer online, aber irgendwie nie, wenn man ihn anruft. Liam ist auf dem Handy zu erreichen, wenn man ihn nicht anruft. Mag er irgendwie nicht. Ich persönlich habe mein Handy normalerweise auf stumm und bin meistens offline, wenn jemand was von mir will. Da mich aber keiner von denen anruft, kommt es normalerweise kaum vor, dass wir telefonieren. Und jetzt stellen Sie sich die Umstellung vor, dass auf einmal alle 4 gleichzeitig miteinander reden. Themen? Nicht vorhanden. (Marco 8a)

Wenn ich alles richtig verstanden habe, dürfte ich rein theoretisch auch zu Freizeitzwecken mit Bus und Bahn fahren. Österreich und Dänemark sind Vertreter der wenigen Länder, die bisher die Ausgangssperre ein bisschen gelockert haben. Ob es auch wirklich etwas bringt oder ob es so sogar noch schlimmer wird, weiß bis jetzt noch niemand. Das zeigt sich dann in den nächsten Wochen. Eins steht jedoch fest: So wie früher wird es nie wieder sein. Vielleicht sollte ich mich an die Masken gewöhnen, denn die werde ich in Zukunft nur noch sehen. Auch an den Geruch von Desinfektionsmittel sollte ich mich sehr schnell gewöhnen, denn das riecht man derzeit überall. Überraschend aber finde ich, wie schnell das alles kam. Ende Januar hat man nur mal hier und dort von einem Fall in China gehört und auf einmal schließen in ganz Europa alle Schulen. Ich persönlich hätte niemals gedacht, dass es mal so weit kommen würde. Man beschäftigt sich auch nicht wirklich damit, bis es einen selbst betrifft. Vielleicht hat die Welt viel zu spät und zu locker reagiert und zu lange zugeschaut. HOFFENTLICH HAT DAS ALLES BALD EIN ENDE!!! (Teo 6b)

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