Do, 16. August 2018

Radar zwecklos

06.08.2010 08:55

Ausländische Raser kommen meistens ungeschoren davon

Mehr als 300.000 Schnellfahrer werden jedes Jahr von den Radarboxen der Polizei geblitzt. Je nach Standort kommen zwischen 59 und 77 Prozent der Raser aus dem Ausland – und die meisten bleiben straffrei. Eine EU-Vereinbarung übers Geldeintreiben hilft nichts, Österreich kann die Strafen meist nicht einmal zustellen.

Mit tollen Bilanzen brüstet sich die Polizei gerne, wie viele Schnellfahrer sie an ihren Radarboxen blitzt. Doch die Statistik lügt: Während heimische Lenker die vollen Strafen zahlen müssen, bleiben die ausländischen Raser meist ungeschoren. Das bestätigte Verkehrsministerin Doris Bures jetzt hochoffiziell.

Denn trotz EU-Vereinbarung gibt es kaum Möglichkeiten, das Strafgeld einzutreiben – da greifen die Staaten zu gefinkelten Tricks:

  • In Deutschland sind Radarfotos von hinten nicht als Beweis erlaubt. Schnellfahrer können die Strafbescheide damit einfach wegwerfen.
  • In Italien bearbeitet das zuständige Ministerium Anfragen über Raser erst nach sechs Monaten – so ist alles verjährt, ehe der Strafbescheid zugestellt wurde. Oft werden Anfragen nach den Rasern auch glatt ignoriert.
  • Polen, Ungarn und Tschechien verweigern "aus Gründen des Datenschutzes" die Auskünfte, wer Halter eines Autos ist. Da kann die Strafe gar nicht zugestellt werden.
  • Auch Finnen bleiben ungestraft: Es gibt keinen finnischen Gerichtsdolmetscher – damit ist "eine menschenrechtskonforme Zustellung eines Strafbescheides nicht möglich", berichtete Bures dem Parlament.

"Nur wir zahlen immer", maulen Salzburger Lenker. "Denn Österreich stellt ja auch Strafmandate aus dem Ausland bereitwillig zu..."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Djuricin unter Druck
Rapid: Im Pulverfass gibt es keine Job-Garantie
Fußball National
4:2-Sieg gegen Real
Atletico gewinnt Madrid-Derby um UEFA-Supercup!
Fußball International
Mit nur 27 Jahren
Nigerianer Victor Moses beendet Team-Karriere
Fußball International
Weltmeister von 2014
Philipp Lahm wird OK-Chef bei Deutschland EM 2024
Fußball International
Rechtes Knie verletzt
Sorge bei ManCity: Monatelanges Aus für De Bruyne?
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.