17.04.2020 07:30 |

Niederschlagsdefizite

Der Klimawandel heizt in Tirol weiter ein

Der Klimawandel lässt auch in Corona-Zeiten nicht locker: Das erste Drittel des Jahres war in Tirol zu trocken und warm. Man muss bis in den Mai 2019 zurückblicken, um einen Monat zu finden, der unterdurchschnittlich kühl ausfiel. Ein Ende der frühsommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist nicht in Sicht.

„Vor allem der Februar lag mit drei bis vier Grad besonders stark über dem langjährigen Mittel“, sagt Meteorologe Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst UBIMET. In Innsbruck wurden die durchschnittlichen Werte für die Jahreszeit um bis zu 2,5 Grad übertroffen. „Wir kamen ausgesprochen oft in den Einfluss von Hochdruckgebieten, die trockene Luft aus Russland zu uns brachten“, informiert Zimmermann.

Die Konsequenz: Es fiel – mit Ausnahme des Februars – deutlich zu wenig Niederschlag. Zahlreiche Wald- bzw. Böschungsbrände waren bzw. sind eine der Folgen, die sich vor allem im April deutlich bemerkbar machen.

Nord-Süd-Gefälle beim Niederschlag
In Innsbruck hat man bisher lediglich 93 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das langjährige Mittel weist mit 160 Litern fast das Doppelte auf. Im Zusammenhang mit den Niederschlagsmengen lässt sich zudem ein Nord-Süd-Gefälle feststellen. Während es im Außerfern im Februar sogar überdurchschnittlich nass war, nahmen die Mengen nach Süden hin kontinuierlich ab. Lienz verzeichnet bisher nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagsmengen.

Weiter fast wie bisher
Ein Ende der außergewöhnlichen Trockenheit und der frühsommerlichen Temperaturen ist nicht in Sicht. Freitag und Samstag dürfte es abermals bis zu 25 Plusgrade etwa in Innsbruck geben. Es wird zwar langsam labiler, um eine Trendwende handelt es sich dabei aber keinesfalls. „Für die kommende Woche erwarte ich Höchstwerte von etwa 20 Grad. Punktuell kann es regnen, flächendeckende Regenfälle wird es freilich keine geben“, betont Meteorologe Zimmermann.

Es deutet folglich alles darauf hin, dass der April ebenfalls als überdurchschnittlich warm in der Statistik Einzug finden wird. Damit befindet er sich nicht nur heuer in „bester Gesellschaft“: Es handelt sich insgesamt bereits um den elften Monat in Serie, der deutlich zu warm ausfallen wird.

Mehr Felsstürze wie in Osttirol
Waldbrände stellen nicht die einzigen Folgen der klimatischen Veränderung dar. Der Wechsel von kalten Nächten und frühsommerlich warmen Tagen, den wir derzeit häufig erleben, führt zudem zu Felsstürzen. Durch den Frost-Tau-Wechsel baut sich Spannung im Gestein auf, bis es dann plötzlich zu einem Ausbruch kommt.

Betroffen sind häufig Verkehrswege: So ist seit Mittwoch etwa die Defereggentalstraße in Osttirol nach einem Felssturz in die Schwarzach und einer dadurch bedingten Unterspülung der Landesstraße gesperrt.

Die Orte St. Veit und St. Jakob im Defereggental lassen sich derzeit am Straßenweg nicht erreichen, an einem Notweg wird gearbeitet. Die Sperre dauert bis 23. April. Generell sei die Situation jedoch nicht heikler als in anderen Jahren, betont Landesgeologe Thomas Figl.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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