11.04.2020 18:52 |

Zwiebel & Spinat

Natürliche Farben für das Osternest

Für bunt gefärbte Ostereier greifen viele gedankenlos zum Sechserpack im Supermarkt. Dabei lassen sich Eier auch mit Zutaten aus der Küche oder mit Kräutern aus dem Wald einfärben. Silja Parke, Kräuterexpertin, erklärt, woher der Brauch zum Eierfärben überhaupt kommt. 

Zwiebelschalen geben ein kräftiges Rot, Spinat macht grün und Rotkraut blau: „Die Farbvielfalt ist praktisch endlos. Eier mit natürlichen Mitteln zu färben, ist eine alte Tradition, die heute immer mehr Anhänger findet“, berichtet Karina Reichl, auch bekannt als „Fräulein Grün“. Das Färben funktioniere dabei immer gleich, so die Kräuterexpertin. Zuerst müsse man aus der färbenden Zutat einen Sud herstellen, und darin die Eier hart kochen lassen.

Natürliche Zutaten aus der Küche

„Um Eier rot zu färben, braucht es Zwiebelschalen oder Rote Rüben. Rotkraut oder auch getrocknete Heidelbeeren sorgen für einen Blau- oder Violettton. Gelb lässt sich mit Kurkuma erreichen, Spinat und Brennesseln färben die Eier grün“, erzählt Reichl. Die Expertin nennt auch ein Mischbeispiel: Um etwa einen Sud für rote Eier herzustellen, benötigt man drei Handvoll Zwiebelschalen auf einen Liter Wasser. Diese Mischung kocht man auf und gibt anschließend die Eier hinein. „Ich poliere die Eier zuvor immer mit Essig, damit die Farben besser halten“, ergänzt Reichl.

Mit Blätter Muster zaubern

Für alle, die es besonders extravagant mögen, hat Kräuterpädagogin Silja Parke noch ein paar besondere Tipps: „Für Verzierungen kann man Blätter verwenden. Bevor die Eier in den Sud gelegt werden, positioniert man die Blätter auf der Oberfläche des Eis, stülpt einen alten Feinstrumpf oder ein feines Leinentuch darüber und gibt das Ei so in das kochende Wasser“, erzählt sie.

Natürlichkeit als Vorteil für die Eier-Qualität

Großer Vorteil - da sind sich die Kräuterexpertinnen einig - ist die Natürlichkeit dieser Methode. „Diese Eier werden ohne Chemikalien eingefärbt. Eine türkis glänzende Schale, die künstlich hergestellt wurde, gibt natürlich ein paar Inhaltsstoffe ins Innere ab“, so Reichl.

Ostereier-Färben als uralte Tradition

Warum färben wir eigentlich Ostereier ein? Silja Parke hat die Antwort: „Das ist eine christliche Tradition. Während der Fastenzeit durfte man früher überhaupt keine Eier essen, die Hühner legten natürlich trotzdem weiterhin jeden Tag Eier. Damit sie nicht schlecht wurden, kochten die Frauen sie damals.“ Um dann die gekochten von den frischen Eiern unterscheiden zu können, färbten sie die Eier ein. Rote Eier mussten dabei sein, denn sie werden als das Blut Christi angesehen, dass er bei der Kreuzigung vergoss. Schon damals wendeten Frauen Zwiebelschalen und rote Beete an. Um die älteren von den neueren Eiern zu unterscheiden, bekamen die Eier unterschiedliche Farben. Das Ei ist generell ein Symbol für das neue Leben und für Fruchtbarkeit. Für die Christen ist es auch ein Symbol für die Auferstehung", betont die Kräuterexpertin.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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