11.04.2020 15:00 |

80 Anzeigen täglich

Die Polizei kontrolliert vermehrt Corona-Verstöße

Die Kriminalität sinkt laut Polizei stark. Das verschafft ihr Luft für verstärkte Kontrollen etwaiger Verstöße gegen die Coronamaßnahmen. Spezielle Corona-Streifen gibt es dabei nicht. „Die Abteilungen teilen sich die Zeit ein“, sagt Polizei-Sprecher Hans Wolfgruber. Vor allem das Abstandhalten vergessen viele Bürger.

„Wir erheben nicht, wo eine Anzeige wegen eines Coronaverstoßes erfolgt. Daher ist es schwer, von Hotspots zu sprechen“, sagt Wolfgruber. Von seinen Erfahrungen berichtet er: „Es handelt sich vor allem um stadtnahe Bereiche: das Salzachufer, der Almkanal, der Salzachsee. Überall dort, wo im Sommer viele Menschen zusammenkommen.“ Von wirklichen Problemorten möchte er aber auch dabei nicht sprechen.

Wie reagieren die Regelbrecher, wenn die Polizisten sie ertappen?

„Die Leute sind meist sehr einsichtig. Oft ist ihnen nicht bewusst, dass sie eine Regel gebrochen haben. Für die Menschen ist das ungewohnt. Vielen passiert es aus Gewohnheit, dass sie Abstände nicht einhalten. Wir schreiten erklärend ein.“

Die Kriminalität sinkt in vielen Bereichen extrem

Laut Wolfgruber sinke die Kriminalität in Salzburg in vielen Bereichen extrem. Die offiziellen Zahlen kommen nächste Woche. „Gewaltdelikte und Diebstähle im öffentlichen Raum sind fast auf null zurückgegangen. Es gibt ja zum Beispiel kein Nachtleben mehr.“

Heißt: Die Polizei hat mehr Zeit, Corona-Sünder zu kontrollieren. „Wir liegen jeden Tag relativ konstant bei rund 80 Anzeigen“, erzählt Wolfgruber. Das heißt nicht, dass es nur so viele Regelverstöße gibt.

Eine Anzeige bekommen nur die Uneinsichtigen


„Nur wenn jemand partout uneinsichtig ist und in seinem strafbaren Handeln verharrt, gibt es eine Anzeige bei der Gesundheitsbehörde.“ Und: Die Polizisten überprüfen nur, ob Personen auch wirklich zusammen wohnen, wenn sie uneinsichtig sind. Zudem hingen viele Anzeigen mit anderen Delikten zusammen.

„Es gibt Jugendliche, die sich treffen und Cannabis rauchen. Zu der Anzeige wegen eines Drogendeliktes kommt dann eine wegen des Corona-Verstoßes hinzu.“

Christoph Laible
Christoph Laible
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