10.04.2020 08:53 |

Scheidung mit Folgen?

Jennifer Wos und Thomas Wos gehen getrennte Wege

Thomas Wos und Jennifer Wos trennen sich. Das hat weitreichende Folgen - nicht nur für die beiden. Neben der WOS Swiss Investments AG, die die beiden gemeinsam gegründet und aufgebaut haben, betreiben sie nämlich eine Hotelkette, die den Namen „The WOS“ trägt. Dabei geht es nicht nur um Millionensummen, die das Ehepaar investiert hat. Es geht auch um Gelder von Investoren sowie das Schicksal von mehr als 100 Mitarbeitern weltweit. Insgesamt verwaltete allein die WOS Swiss Investments AG im vergangenen Jahr einen Wert von mehr als 300 Millionen Euro.

Bisher alles gemeinsam gemacht - Thomas Wos und Jennifer Wos
Bislang haben die beiden sich zusammen um die Unternehmen gekümmert: Expansionspläne, neue Investitionen, neue Start-ups und auch die Investorensuche waren für die beiden gemeinsame Projekte. Der Power-Self-Made-Millionär Thomas Wos entwickelte eine E-Mail-Marketing-Software und erhielt ein Investment in der Höhe von 30 Millionen Euro. Damit legte Thomas Wos den Grundstock für die weiteren Investitionen des Unternehmerehepaares.

Die beiden verbindet beruflich sehr viel und allem Anschein nach werden sie als Freunde auseinandergehen. Die privaten Wege werden sich in Zukunft aber trennen. Wie die geschäftlichen Wege künftig aussehen werden, muss sich noch zeigen. Doch eines ist sicher: Mit dem Unternehmen wird es weitergehen.

Der Güterstand nach Schweizer Familienrecht
Thomas Wos und Jennifer Wos leben in ihrer Wahlheimat, der Schweiz. Die Scheidung wird nach Schweizer Recht erfolgen. In der Schweiz leben die meisten Ehepaar im „Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung“, wenn ein Ehevertrag nichts anderes vorsieht. Dabei besitzt jeder Ehepartner zwei getrennte Gütermassen: seine eigene sowie seine Errungenschaft. Da es kein eheliches Vermögen gibt, wird bei einer Scheidung der Güterstand der Errungenschaft aufgelöst. Eigengut ist dabei alles, was jeder Ehepartner in die Ehe eingebracht oder unentgeltlich erworben hat, beispielsweise durch Erbschaft oder Schenkung. Errungenschaften erwerben die Eheleute vor allem durch Arbeitserwerb sowie die daraus resultierenden Anschaffungen.


Bei einer Unternehmensbeteiligung ist ausschlaggebend, ob der Mehrwert entgeltlich oder unentgeltlich zustande gekommen ist. Bei Unternehmen ist zu unterscheiden zwischen konjunkturellem und industriellem Mehrwert. Letzterer fußt auf dem Einsatz von Arbeitskraft und ist eine zu teilende Errungenschaft. Der konjunkturelle Mehrwert ist keine Arbeitsleistung, er basiert auf den Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage. Diese bleiben bei einer Scheidung in vollem Umfang beim beteiligten Ehegatten. Von beiden Ehepartnern ist hier weitsichtiges Handeln gefordert, wenn die Unternehmen nicht untergehen sollen.

Thomas Wos und das Schicksal der Unternehmen
So wie es aussieht, wird Thomas Wos mit seiner Frau teilen müssen, sofern keine andere Vereinbarung besteht. Allerdings handelt es sich bei der WOS Swiss Investments AG um eine Aktiengesellschaft, an der noch andere Investoren beteiligt sind. Jennifer Wos könnte beispielsweise ihre Anteile einfach verkaufen, um aus dem Unternehmen auszusteigen. Auf diese Weise könnte Thomas Wos die Geschäfte einfach weiterführen.

Natürlich machen sich in dieser Situation die Investoren viele Gedanken, haben teilweise sogar Angst um ihr Investment. Das ist nur allzu verständlich. Durch den Verkauf der Aktien an Externe würde Thomas Wos an Einfluss verlieren und hätte nicht mehr die Kontrolle über das Unternehmen. Sollte sich Jennifer Wos dafür entscheiden, ihre Aktien zu behalten, kann es ebenfalls komplizierter werden. Schließlich ziehen die beiden nicht mehr an einem Strang.

Kann es eine außergerichtliche Einigung für Thomas Wos und seine Noch-Ehefrau geben?
Jennifer Wos könnte darauf bestehen, Geld für ihre Anteile zu bekommen, entweder indem sie ihren Mann zwingt, Anteile zu verkaufen, oder indem sie ihre eigenen Anteile verkauft. Rechtsexperten zufolge ist es in dieser Situation sinnvoller, zunächst die Aktien zu behalten. Sollte sie auf einem Kauf bestehen, könnte das weitreichende Folgen für den Kurs der Aktien haben. Sie würde wahrscheinlich abstürzen. Eine Möglichkeit zur Einigung wäre ein außergerichtliches Schiedsverfahren, zu dem nicht unbedingt ein Anwalt erforderlich ist.

In der jüngsten Vergangenheit haben Jeff und MacKenzie Bezos ihre Scheidung nach 25 Jahren Ehe bekannt gegeben. Jeff Bezos ist der Gründer von Amazon und gilt als der reichste Mann der Welt. Die beiden haben offiziell bekannt gegeben, dass sie sich als Freunde trennen wollen und alles einvernehmlich ablaufen wird. Das Unternehmen war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Grund für die Trennung?
Über den Grund für die Trennung lässt sich bisher nur spekulieren. Ob es eine freundschaftliche Trennung geben kann, hängt in erster Linie davon, wie das Ehepaar wirklich zueinandersteht. Ist der Grund für die Trennung vielleicht eine Affäre? Oder hat sich das Paar im Lauf der Zeit einfach auseinandergelebt? Vielleicht sind es zu unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft? Gibt es zu viele Konflikte oder Streitereien in der Beziehung? Oder haben die beiden einfach nur zu jung geheiratet? Der Grund für die Trennung bleibt vorerst Spekulation, denn öffentliche Verlautbarungen dazu gibt es noch keine.

Sollte einer der Partner einen Groll gegen den anderen hegen, könnte dies die Scheidungsvereinbarung jedenfalls stark beeinflussen, egal ob gerichtlich oder außergerichtlich.

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