Vorsicht, Tierqual!

Versteckte Käfigeier in Osterpinze & Co.

Auch wenn Ostern dieses Jahr aufgrund der Corona-Krise leider anders als gewohnt verläuft, werden in Österreich wieder mehr Eier als sonst verspeist werden. Doch Vorsicht: Während die Konsumenten bei den Schaleneiern aufgrund einer eindeutigen Kennzeichnung eine tierfreundliche Wahl treffen können, ist bei der Osterpinze oder beim typischen Osterlamm-Kuchen Vorsicht geboten. 

Denn bei allen verarbeiteten Produkten gilt: Die darin enthaltenen Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Daher können auch Käfigeier enthalten sein. Pro Jahr werden hierzulande rund zwei Milliarden Eier konsumiert, um die Osterzeit sind es laut Schätzungen 70 Millionen Eier. Mehr als jedes zweite in Österreich konsumierte Ei ist verarbeitet.

„Für die Verarbeitung zu Flüssig- und Trockenei werden sehr viele Käfigeier ganz legal aus Legebatterien, z.B. aus der der Ukraine oder aus Argentinien, importiert. Vor allem über verarbeitete Produkte wie Kekse und Nudeln oder in der Gastronomie konsumieren wir immer wieder diese importierten Eier unbekannter Herkunft und Haltungsform“, sagt Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“.

Die Einfuhr der billigeren Produkte mit niedrigen Standards sei auch grob wettbewerbsverzerrend: „Nicht nur der Tierschutz, auch die heimische Landwirtschaft fordert daher bereits seit langem eine verpflichtende Kennzeichnung von Eiprodukten.“ Die Umsetzung sollte sich laut „Vier Pfoten“ am Erfolgsmodell Schalenei orientieren: Für jedes eihaltige Produkt, egal ob im Handel oder in der Gastronomie, muss flächendeckend die Herkunft und Haltungsform angegeben werden.

Die Wichtigkeit einer solchen Maßnahme ist umso plausibler, betrachtet man die nüchternen Zahlen: Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft für Geflügelwirtschaft (ZAG) schätzt, dass weltweit 95 bis 99 Prozent der vermarkteten Eier von Hühnern sind, die in Käfigen gehalten werden. In der EU selbst sitzen nach wie vor 55,9 Prozent der Hühner in so genannte ausgestalteten Käfigen.

Jetzt für unseren Tierecke-Newsletter anmelden:

„Österreich selbst hat die Käfighaltung von Legehennen mit Beginn 2020 verboten. Da wäre es nur konsequent, wenn wir diese Tierquälerei den Konsumentinnen und Konsumenten auch nicht ohne Information zumuteten. Sie müssen, genau wie beim Frischei, die Wahl haben und sich für tierfreundlichere Produkte mit höherer Qualität entscheiden können“, fordert Weissenböck.

Tipps für eine leckere Osterjause regionalen Ursprung finden Sie hier.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 05. Juni 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.