16.08.2004 17:07 |

Geschichtsträchtig

Höhle von Johannes dem Täufer gefunden?

Ein britischer Archäologe will in Israel die Höhle von Johannes dem Täufer entdeckt haben. "Zum ersten Mal können wir auf eine Stelle zeigen und sagen: Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies der Ort ist, an dem Johannes der Täufer getauft und seine Rituale ausgeführt hat", sagte Shimon Gibson (45) der Zeitung "The Times" (Montag). Den Evangelien zufolge wurde Jesus im Jordan von Johannes getauft.
In der 24 Meter langen und 3,5 Meter breitenHöhle befinden sich ein großes Taufbecken fürbis zu 30 Menschen, Wandzeichnungen, Tonscherben, Münzen,Kleidungsreste und Spuren ritueller Feuerstellen. Eine Verbindungzu Johannes sieht Gibson unter anderem, weil die Höhle inder Nähe des Dorfes Ain Karim westlich von Jerusalem liegt,wo der Bußprediger nach frühchristlicher Überlieferunggeboren wurde und seine Jugend verbrachte. Gibson, der schon seitJahren Ausgrabungen in Israel vornimmt, wird von der Universitätvon North Carolina in den USA finanziert. Er war von einem örtlichenKibbuz um eine Inspektion der Höhle gebeten worden.
 
Eine der Wandzeichnungen zeigt eine Figur mit einemStab, die Gibson an frühbyzantinische Darstellungen des Johanneserinnert. Dies deute darauf hin, dass die Höhle im 4. oder5. Jahrhundert eine Gedenkstätte für den Täufergeworden sei. "Darstellungen des Johannes in Taufszenen zeigenihn stets mit zum Segen erhobenem rechten Arm und dem Stab inder Linken", erläuterte Gibson. Dazu komme das ungewöhnlichgroße Taufbecken, das zu Schilderungen des jüdischenHistorikers Flavius Josephus aus dem 1. Jahrhundert passe: Demnachtaufte Johannes ganze Gruppen auf einmal.
Freitag, 18. Juni 2021
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