"Krone"-Interview

“Jetzt ist Amanda wieder im viel zu kleinen Terrarium”

Steiermark
30.07.2010 17:22
Klaus Müller, Partner des anerkannten Grazer Reptilienexperten Heinz Hubmann, glaubt, dass er Boa Amanda innerhalb kurzer Zeit gefunden hätte und es deshalb gar nicht zum unnötigen Riesenwirbel um die Schlange gekommen wäre. Doch er suchte nicht nach ihr, weil man nicht bereit war, ihm 50 Euro pro Stunde zu zahlen. "Steirerkrone"-Redakteur Peter Riedler hat mit ihm über den "Fall Amanda" gesprochen.

"Krone": Herr Müller, Sie behaupten allen Ernstes, dass Sie Amanda innerhalb kurzer Zeit gefunden hätten?
Klaus Müller: Ja, wir haben noch jede ausgebüxte Schlange gefunden und fast nie länger als zwei Stunden gebraucht.

"Krone": Sie haben ja gleich vermutet, dass sich Amanda noch in der Wohnung befindet.
Müller: Als ich gehört hab, dass die Balkontür nicht ganz offen, sondern nur gekippt war, hab ich mir nicht vorstellen können, dass sie ausgebüxt ist. Das wäre vielleicht nur möglich gewesen, wenn sie oben über die Türe geklettert wäre. Im unteren Spalt wäre sie wahrscheinlich stecken geblieben.

"Krone": Deshalb haben Sie sich auch nicht gewundert, dass die Schlange hinter dem Küchenkastl lag?
Müller: Nein, ich hab ja auch gleich gesagt, sie sollen nochmals die ganze Wohnung gründlichst durchsuchen und in jeden Spalt, auch wenn dieser noch so eng ist, hineinschauen. Doch das tut leider keiner, weil ja alle Angst vor so einer Schlange haben.

"Krone": Warum haben Sie das nicht gemacht?
Müller: Weil man mir nicht 50 Euro pro Stunde zahlen wollte. Wir haben mit unserem Reptilien-Notdienst schon so viel gratis gemacht, doch damit ist jetzt Schluss. Wir haben ja auch Kosten, die wir nicht immer selbst tragen können. Wir haben schon dem Land und der Stadt Angebote gemacht, doch die wurden dort nicht akzeptiert. Ich glaube nicht, dass es billiger kommt, wenn man zur Schlangensuche Dutzende Leute und einen Hubschrauber einsetzt.

"Krone": Was soll jetzt mit Amanda geschehen?
Müller: Sie hätte sofort beschlagnahmt werden müssen, weil sie jetzt wieder in dem viel zu kleinen Terrarium ist, in dem sie ja schon zehn Jahre lang hat leben müssen. Doch die Behörden reagieren nicht. Das haben sie auch nicht getan, als wir ihnen eine Liste mit Namen von Leuten gegeben haben, die Giftschlangen illegal besitzen.

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