30.03.2020 10:18 |

„Krone“-Kommentar

An diesen Punkt wollen wir nicht kommen

Vieles ist zu ungewiss und zu unklar, um derzeit Orientierung zu finden. Jeder muss seinem inneren Kompass folgen. Urteilsvermögen trotz unbekannter Faktoren gilt als die politischste Fähigkeit. Dazu bedarf es auch Kritik an politisch Verantwortlichen, um Schwachstellen im Krisenmanagement zu beheben. Die Idee, in Politik und Medien müssten sich jetzt alle lieb haben, ist grober Unfug. Die meisten Fehlentwicklungen, auf die hingewiesen wird, waren ohnehin bereits vor dem gewaltigen Schlamassel da.

Es soll und muss aber auch Anerkennung und Dank ausgesprochen werden. Etwa den 6000 Mitarbeitern des Arbeitsmarktservice AMS und ihrem Chef Johannes Kopf. Die leisten Großartiges. Sie bewältigen Tag und Nacht Berge an neuer Bürokratie zwischen Härtefonds und Kurzarbeitsregelung, damit die zuletzt 170.000 zusätzlichen Arbeitslosen schnell zu ihrem Geld kommen.

Und es muss davon ausgegangen werden, dass die Lage in den kommenden Wochen und Monaten nicht besser wird. Mit zunehmender Dauer der Krise geraten immer mehr Unternehmen an den Rand der Überlebensfähigkeit. Das setzt die Regierung unter einen schweren ethischen Entscheidungsdruck. Die Ausgangsbeschränkungen zugunsten des wirtschaftlichen Fortkommens wieder lockern? Diese Frage kann mit keiner Formel entschieden werden. Denn dazu müsste man eine Unbekannte beziffern: Was ist ein Menschenleben wert?

Und an diesen gefährlichen Punkt wollen wir bitte niemals kommen.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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