29.07.2010 14:45 |

Buntes Treiben

Ganz Graz wird bei La Strada ab Freitag wieder zur Bühne

An rund 30 Schauplätzen findet ab Freitagabend wieder das Grazer Straßentheaterfestival La Strada statt. Bis zum 7. August folgen 120 Vorstellungen auf Straßen, Plätzen, Innenhöfen aber auch in Straßenbahnen oder Bushaltestellen in verschiedenen Stadtvierteln. Intendant Werner Schrempf über Ziele und Visionen, zu denen unter anderem ein eigenes "Creation Center für Straßenkunst" gehört.

Zum 13. Mal wird Graz für eineinhalb Wochen zur Bühne. Von Anfang an stand der Wunsch, "die Stadt als soziales Gefüge, als kreativer und rekreativer Raum" in der öffentlichen Wahrnehmung stärker zu verankern, so Intendant Schrempf.

In Zeiten steigender Mobilität und zunehmender Migration würden sich aber auch immer mehr Fragen zum gesellschaftlichen und kulturellem Leben in der Stadt, zu Integration, sozialer Durchmischung und interkultureller Kommunikation stellen. "Straßenkunst funktioniert auf einer Ebene, die jenseits von Sprachen, Landesgrenzen und Kulturkreisen funktioniert und kann hier einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Barrieren leisten, indem es Impulse gibt für Begegnungen zwischen den Publikum und Künstlern aus ganz Europa aber auch zwischen den Einwohnern aus unterschiedlichen Vierteln der Stadt", schildert Schrempf.

Publikum vom Kleinkind bis zum Pensionisten
Geboten werden in Graz klassisches Straßentheater, Akrobatik, Pantomime, Figuren- und Maskentheater bis hin zu Kindertheaterproduktionen, Tanz und Clownerie. "Das schöne am Festival ist: Das Publikum geht mit La Strada mit - vom Zentrum an den Rand der Stadt und vom Rand der Stadt ins Zentrum", so Schrempf. Alljährlich erreiche man innerhalb der neun Tage an die 140.000 Menschen "vom Kleinkind bis zum Pensionisten".

Künstler aus ganz Europa konnten für ihre Gastspiele und Produktionspartnerschaften gewonnen werden. Die französische Gruppe "KomplexKapharnaum" nimmt beispielsweise für ein Projekt, das städtische Revitalisierungsviertel Annenstraße unter die Lupe. Die Truppe konnte nicht zuletzt über die Einbindung in das europaweite - von La Strada wesentlich mitgestaltete Kooperationsnetzwerk "In situ" - gewonnen werden. Mithilfe des mit EU-Mitteln finanzierten Netzwerkes werden heuer sieben der 19 Produktionen auf die Beine gestellt. In Zukunft wolle er das Festival noch stärker als bisher als Produzentenfestival positionieren, schildert der Intendant: "Mindestens ein Drittel aller Aufführungen wollen wir als Eigen- oder Koproduktionen durchführen."

"Künstler brauchen Dach über dem Kopf"
Seit Jahren arbeite er an der Verwirklichung eines internationalen "Creation Center für Straßenkunst" in Graz nach dem Vorbild anderer westeuropäischer Städte. Sein Anliegen: "Straßentheater findet Straßenkünstler nicht nur heiße Luft, sondern qualitative Kunst machen sollen, dann brauchen ein Dach über dem Kopf, wo sie in einer atelierartigen Situation trainieren und proben können, Bühnenbilder entwickeln, in Werkstätten arbeiten und internationale Gäste beherbergen können".

Voraussetzung dafür, aber auch für den Weiterbestand des Festivals sei "eine längerfristige finanzielle Zusage von öffentlichen Förderungen". Dem Festival stehen rund 950.000 Euro Budget zur Verfügung. Die Hälfte steuert die öffentliche Hand bei, der Rest wird von Sponsoren bzw. dem Kartenverkauf lukriert.

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