27.07.2010 18:38 |

Hangrutschung

Bregenz: Wohnhaus nach Starkregen evakuiert

Ein ins Rutschen geratener Hang zwischen Bregenz und Lochau hat am Dienstagvormittag die Evakuierung einer Wohnanlage in Vorarlberg notwendig gemacht. Die 85 Bewohner der Anlage "Neue Schanze" wurden aus Sicherheitsgründen aus ihren Wohnungen gebracht, verletzt wurde niemand. Auslöser für die Rutschung waren starke Niederschläge in der Nacht auf Dienstag.

Nach Angaben der Landeswarnzentrale wurden alle Maßnahmen eingeleitet, um den Hang zu stabilisieren. "Sofortmaßnahmen sind eingeleitet, wir tun alles, um den Druck aus dem Hang zu bekommen", sagte der Vorarlberger Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler. Der Starkregen ist indessen abgeklungen.

Aus Sicherheitsgründen könnten die Bewohner der durch einen Hangrutsch gefährdeten Anlage zunächst nicht in die 65 Wohnungen zurückkehren, erklärte Schwärzler, der sich aber optimistisch zeigte, dass die Wohnanlage am Mittwoch wieder benützbar sein könnte. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Wetter halte und nicht neuerlich Regen einsetze. Zwei bis drei Wohnungen seien vermurt und deshalb nicht bewohnbar, alle anderen könnten bezogen werden, sobald die Sicherheit gewährleistet sei. Der Großteil der Betroffenen komme über Nacht bei Verwandten unter, hieß es.

Hang drückt gegen Wohnanlage
Der Hang oberhalb der Wohnanlage "Neue Schanze" war am Vormittag in Bewegung geraten und drückte gegen die Bergseite der Siedlung. "Die Situation ist eher schwierig. Als Sofortmaßnahme fällen wir die Bäume, um Last aus dem Hang zu entfernen", erklärte der Landesrat. Geplant ist, die Bäume per Helikopter abzutransportieren. Anschließend soll auch ein Bagger zum Einsatz kommen. "Mit schwerem Gerät besteht derzeit kein Zugang ins Gelände", so Schwärzler.

Die Straßenverbindung von Bregenz nach Lochau, die unterhalb der Wohnanlage verläuft, war bereits seit dem frühen Vormittag für den Verkehr gesperrt gewesen. Bis zum Mittag ebenfalls nicht benützt werden konnte die Bahnlinie von Bregenz nach Lindau (Bayern).

Mehr als 200 Feuerwehreinsätze im Großraum Bregenz
Im Großraum Bregenz, dem Leiblachtal und dem vorderen Bregenzerwald waren die Einsatzkräfte den ganzen Tag über im Dauereinsatz. In Bregenz und im Leiblachtal wurden zwischen Mitternacht und spätem Vormittag über 200 Einsätze gezählt. Besonders stark betroffen waren Hörbranz, Lochau und Langen bei Bregenz, wo zahlreiche Keller überflutet wurden und überschwemmte Gemeindestraßen gesperrt werden mussten. Auch die Zufahrten nach Langen waren nicht befahrbar.

Bis zu 123 Liter Regen pro Quadratmeter
Nach Angaben des ZAMG-Wetterdienstes Bregenz gingen im etwas östlich des Leiblachtals gelegenen Sulzberg (Bregenzerwald) seit Montagabend Regenmengen von 123 Litern pro Quadratmeter nieder, damit sei das Gebiet "absoluter Spitzenreiter" gewesen. Mit großem Abstand folgte die Landeshauptstadt mit 65 Litern, hier habe es Dienstag früh innerhalb einer Stunde nahezu 30 Liter geregnet. Ebenfalls starke Niederschläge wurden in den Bregenzerwälder Ortschaften Alberschwende (61 Liter) und Schoppernau (35 Liter) gemessen.

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