22.03.2020 06:00 |

Unverzichtbar:

Ärzte in Ordinationen trotzen Coronavirus

Unnötige Risiken werden vermieden, selbst E-Cards nicht mehr angefasst.

Wir untersuchen nur Patienten mit akuten Beschwerden und vermeiden Routineuntersuchungen“, sagt Dr. Klaus Steiner. Der Internist betreibt eine Gruppenpraxis in der Rupertgasse in Salzburg. „Wir haben normal geöffnet und gehen unserem Versorgungsauftrag nach. Ausgenommen sind Patienten mit Fieber und Husten. Die dürfen nicht rein. Für die gibt es die Hotline 1450.“ Die Stimmung unter der Belegschaft ist gut. „Wir halten zusammen. Es fürchtet sich niemand. Wir haben den Patientenkontakt aufs Minimum reduziert.“ Nur fünf Personen dürfen auf einmal in die Praxis. Im Wartezimmer müssen sie Abstand halten. Und: Die Arzthelferinnen stecken keine E-Cards. „Wir nutzen die Ordinationskarte. So muss das Personal keine E-Cards in die Hand nehmen. Das vermindert die Gefahr einer Ansteckung.“ Steiner führt die meisten Besprechungen telefonisch durch.

An der Strippe hängt auch Christoph Fürthauer viel. Der Allgemeinmediziner in Pfarrwerfen hat unverändert viele Kontakte. „Der Großteil läuft aber über das Telefon ab“, erzählt er.

In die Praxis verirrt sich kaum jemand. „Normal habe ich 70 Personen am Tag. Jetzt sind es rund sieben.“ Fürthauer ruft jeden Patienten mit Termin vorab an, prüft, ob er keine Corona-Symptome hat. „Wir sehen nur die, bei denen es wirklich notwendig ist.“ Auch sonst vermeidet er unnötige Risiken: „Ich habe eine junge Dame nach einem Autounfall untersucht. Es war alles okay. Wir haben deshalb lieber aufs Röntgen und das Unfallkrankenhaus verzichtet.“

Christoph Laible

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