Ausweg Illegalität?

Coronavirus trifft auch Prostituierte hart

Nicht nur Clubs, Bars und Restaurants mussten aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus die Pforten schließen. Auch Bordelle. Das bringt Prostituierte in eine gefährliche Situation. Denn viele entscheiden sich nun dazu, illegal per Anzeige im Netz oder auf der Straße dem ältesten Gewerbe der Welt nachzugehen. Und auch nicht alle Freier lassen sich vom Verbot beeindrucken. Immerhin hält sich der menschliche Trieb leider nicht an Gesetze.

Das Coronavirus macht es auch der Liebe schwer. Betagte Paare, die sich nicht treffen dürfen. Großeltern, die ihre Enkelkinder nicht besuchen dürfen. Auch die käufliche Liebe steht vor einem Dilemma. Bordelle haben geschlossen, Escort-Services schicken keine Damen mehr aus. Gerade der Job von Prostituierten und die damit verbundene Nähe zu ihren Klienten, macht diesen Beruf besonders gefährlich.

Naheliegend also, dass vor allem Damen im horizontalen Gewerbe eine Zwangspause einlegen. Doch dass sich nicht alle daran halten, ist vor allem der Prostituierten „Die dritte Frau“ klar, die regelmäßig auf City4U über ihre Erlebnisse in diesem Job erzählt: „Ich bin mir sicher, dass sehr viele Frauen nun auf dem illegalen Weg versuchen werden, an Freier zu kommen. Ob auf der Straße oder per Anzeige im Web. Und es wird leider auch zahlreiche Männer geben, die diese Möglichkeit nutzen werden“, sagt sie im City4U-Gespräch.

Die Polizei kann dagegen recht wenig tun: „Die Kontrolle von Privatwohnungen ist weder rechtlich vorgesehen, noch praktisch durchführbar. Wie bei allen Maßnahmen kann der Virus nur dann aufgehalten werden, wenn alle mitwirken und die Bestimmungen einhalten“, berichtet Paul Eidenberger von der Pressestelle der Landespolizeidirektion Wien. Sollte die Polizei aber eine Anbahnung beobachten, drohen empfindliche Strafen. „Die Verordnungen zu Covid-19 untersagen implizit sowohl den Straßenstrich als auch Bordelle. Sollte auf der Straße eine Anbahnung stattfinden, drohen selbstverständlich empfindliche Strafen, detto bei Bordellen.“

Einen Anstieg an illegaler Prostitution hat die Polizei im Moment jedoch noch nicht bemerkt. Eigene Informationskampagnen für Sexarbeiterinnen wurde nicht durchgeführt. „Es gelten für alle Menschen in allen Lebensbereichen und Berufen dieselben Bestimmungen, die auf etlichen Kanälen veröffentlicht werden“, sagt Eidenberger. 
Für die Dritte Frau haben aber nicht nur die jetzigen Maßnahmen eklatante Auswirkungen: „Sexarbeiterinnen fallen vermutlich wieder mal durchs Raster bei allen nett gemeinten Ausfallszahlungen. Als Hure darfst du nicht einmal Blut spenden und kannst bei verschiedenen Banken nicht mal ein Konto eröffnen. Sad but true.“

März 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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