Regeln zu Sklaven

3.700 Jahre alter Gesetzestext auf Scherbe entdeckt

Wissen
26.07.2010 19:38
Archäologen haben erstmals außerhalb von Mesopotamien ein Fragment eines 3.700 Jahre alten Gesetzestextes entdeckt, der dem des babylonischen Herrschers Hammurabi ähnelt. Bei dem Fund aus der ehemaligen Stadt Hasor im heutigen Nordisrael handle es sich um eine Tonscherbe (Bild) von nur zwei mal 1,5 Zentimetern mit akkadischer Keilschrift, sagte Ausgrabungsleiter Amnon Ben-Tor von der Hebräischen Universität von Jerusalem am Montag.

Dicht gedrängt auf beiden Seiten seien vier Zeilen Text zu sehen. Dieser bezieht sich auf Vorschriften für das Verhältnis von Meistern zu ihren Sklaven. "Das ist das erste Fragment eines Gesetzestextes, der im Heiligen Land und sogar außerhalb Mesopotamiens gefunden wird", sagte Ben-Tor. Es sei in der Zeit um 1700 vor Christus entstanden.

Hasor lag an der Handelsstraße zwischen Ägypten und Asien. Mit den Städten Babylons und Syriens trieb die Stadt Zinnhandel, um Grundstoffe für ihre Bronze-Industrie zu beschaffen. Dabei unterhielt die Stadt auch direkte politische Beziehungen zu Mesopotamien, das zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris im heutigen Nordirak und Syrien lag.

Der Kodex von Hammurabi, der aus der Zeit um 1750 vor Christus stammt, ist einer der ältesten, praktisch vollständig erhaltenen Gesetzestexte der Welt. Das Regelwerk fordert unter anderem die Bestrafung "Auge um Auge" und wird derzeit im Pariser Louvre gezeigt.

Foto: Hebrew University of Jerusalem

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