Fr, 17. August 2018

Als Sachwalter

26.07.2010 18:50

Polizist erleichtert Pensionisten um 70.000 Euro

Ein betrügerischer Sachwalter steht demnächst vor dem Salzburger Landesgericht: Der 50-jährige - mittlerweile vom Dienst suspendierte - Polizeibeamte soll einen 70-jährigen Pensionisten um 70.000 Euro erleichtert haben. Aufgeflogen ist der Fall durch eine aufmerksame Rechtspflegerin: Sie hatte vergeblich auf Abrechnungen gedrängt.

Der Revierinspektor war dem geschädigten Pensionisten, der sonst keinerlei Verwandtschaft hat, vom Bezirksgericht als Sachwalter zugeteilt worden. In dieser Eigenschaft übernahm er, wie üblich, alle Rechtsgeschäfte und Ausgaben für den Mann.

Geld unter Namen der Kinder angelegt
Der 50–Jährige, der früher in der Polizeiinspektion am Flughafen Dienst tat, bediente sich aber offenbar vor allem selbst: Innerhalb von nur einem Jahr soll er die Sparbücher des Pensionisten geplündert und das veruntreute Geld unter dem Namen seiner Kinder anderswo angelegt haben. 

Weil er bei der Kontrolle durch die Rechtspflegerin die hohen Geldbehebungen nicht rechtfertigen konnte, erstattete diese Anzeige bei Gericht.

70.000 Euro in die eigenen Tasche
Dort stellte sich heraus, dass die ursprünglich angenommene Schadenssumme von 26.000 Euro bei Weitem nicht ausreichte. Staatsanwältin Barbara Feichtinger: "Das Bezirksgericht erklärte sich für nicht zuständig, denn der tatsächliche Schaden dürfte bei  70.000 Euro liegen." Nun muss sich der Polizist am Landesgericht wegen des Verdachts der Untreue verantworten. Selbst bei Verhängung der Mindeststrafe (ein Jahr) ist er den Job als Polizist los.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.