18.03.2020 20:35 |

Interview

„Unsere Lektion: zuhause bleiben“

Felix Zhang war 2015 als Austauschstudent an der Uni Salzburg, nun arbeitet er bei einem Onlineunternehmen in Shanghai. Am 3. Februar führte die „Krone“ ein Interview mit dem 30-jährigen Chinesen über die Corona-Situation in China. Was hat sich seit dem vor Ort verändert? Ein Gespräch, das Hoffnung gibt - auch für Salzburg.

Herr Zhang, im Februar waren Sie zuhause in Quarantäne. Die Infektionen in China stiegen rasant, Atemmasken waren knapp. Was hat sich seitdem verändert?

Die Situation ist zum großen Teil unter Kontrolle. Wir arbeiten in Shanghai wieder von den Büros aus. Auch auf den Straßen ist wieder viel mehr los. Im Februar waren die noch so gut wie menschenleer. Mehr als die Hälfte der Restaurants hat wieder geöffnet.

Haben die Menschen in Shanghai keine Angst auf die Straßen zu gehen?

Jein. Die Leute haben keine Angst, sich bei Chinesen anzustecken. Allerdings verfolgen sie die weltweite Lage genau. Sie haben Angst, sich bei einem Ausländer anzustecken, der aus einem anderen Land nach China zurückgekehrt ist. In Peking und Shanghai gab es solche Ansteckungen. Es gibt aber auch Freiwillige die nach Europa wollen, um den Ländern bei der Bekämpfung des Virus zu helfen.

Tragen die Chinesen noch Masken, um sich vor Ansteckung zu schützen?

Alle tragen Masken. Die Polizei kontrolliert das gerade an öffentlichen Orten wie Parks. Wer keine Schutzmaske trägt, erhält keinen Zutritt.

Was haben die Chinesen aus der Krise gelernt?

Unsere Lektion: Wir müssen so lange wie möglich zuhause bleiben. Dann wird die Krise nach ein bis zwei Monaten unter Kontrolle sein. Ich selbst war fünf Wochen zuhause. Sicher werden die Auswirkungen der Krise länger spürbar sein.

Wie beurteilen Sie aus ihrer Erfahrung die Situation in Salzburg?

Die Regierung in Österreich hat gut reagiert. Umso mehr Salzburger jetzt zuhause bleiben, desto schneller wird das alles vorbei sein.

Christoph Laible
Christoph Laible
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